Druckschrift 
Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

——

—

41 mens, die Erzäͤhlung, daß eine Zigennerbande aufs Dorf zugewandert ſei, die Unruhe und Ver⸗ worrenheit, mit der ſie ſprach und erzoͤhlte, erweckte allmaͤhlig in der Seele des bekummer⸗ ten Martins Verdacht gegen ſeine Frau, deren Denkart und Verhalten gegen die vaters und mutterloſe Waiſe ihm nicht unbekannt war. „Leicht moͤglich, dachte er bei ſich ſelbſt, daß die Zigeuner das Maͤdel mitgenommen haben.“ Wie 2 wenn Mutter Eochen— aber das waͤre ja gottlos— und doch!— ihre Unzufrieden⸗ heit— ihre Haͤrte gegen die arme, unſchuldige Klei⸗ ne— ihr ganzes Benehmen machte ihn bedenklich. Er hatte nicht Unrecht. Eochens Schlaflo⸗ ſigkeit ruͤhrte von den Vorwuͤrfen eines boͤſen Ge⸗ wiſſens her; ihr Blick war ſchuͤchterner als ge⸗ woͤhnlich, und die Art, mit der ſie ſeinen Fra⸗ gen auszuweichen ſuchte, gerade das Gegentheil von ihrem ſonſtigen Benehmen. Ganz natuͤrli⸗ cher Weiſe mußte ihm das auffallend ſein und es gelang ihm, ſo einigermaſſen hinter die Wahr⸗ heit zu kommen; doch, daß ſie ſelbſt die Unter⸗ haͤndlerin geweſen ſein koͤnnte, war ein Gedanke, der ihm ganz und gar nicht zu Sinne wollte, in⸗ dem er ſie einer ſo groben Bosheit nicht faͤhig hielt.

Er rathſchlagte, was er thun wollte, und

hielt es fuͤr das beſte und ſicherſte, ſich ſelhſt