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Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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34 glüͤcklich, Vaterſtelle vertreten zu muͤſſen. Er mußte manches ſaure Geſicht, manchen bittern Vorwurf um Baͤrbchens willen leiden, aber er duldete ihn gern und ließ es dem armen Maͤdchen nie entgelten.

So wenig nun auch der gute Mann auf die Erziehung der Vater⸗ und Mutterloſen Waiſe verwenden konnte, ſo that er doch alles, was ſein geringes Vermoͤgen nur verſtattete und er⸗ hielt zuweilen von dieſem oder jenem edeldenken⸗ den Manne, deren es doch noch hie und da eini⸗ ge im Doͤrfchen gab, eine maͤßige Unterſtuͤtzung. Baͤrbchen gieng in die Schule; ſie lernte fleißig, faßte ſchnell und bleibend, und ſchwang ſich bald uͤber manche ihrer aͤlteren Schulkammeraͤdinnen hinweg. Dieß gefiel dem braven Martin, der bei all ſeiner Niedrigkeit kein ungeſchickter Mann und ein außerordentlicher Freund von den Wiſ⸗ ſenſchaften war, inſofern dieſe einen Mann von ſeinem Stande intereſſiren konnten.

Er hatte in ſeiner Jugend mehr gethan, als mancher andere, den das guͤnſtige Schickſal we⸗ niger vergeſſen hatte und der doch kaum etwas mehr als einen Bibelſpruch herſagen konnte. Er ſchrieb und rechnete mit beſonderer Fertigkeit und beſaß Religionskenntniſſe, die einem Dorfſchul⸗ meiſter Ehre gemacht haben wuͤrden. Oft hatte er Gelegenheit, mit dem Geiſtlichen des Orts.

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