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ken gieng ſie allein. Geſchah dieß, außer dem taͤglichen Kirchgange, ja einmal, ſo war die Tante gewiß nicht wohl auf und Julie wuͤnſchte recht herzlich, daß dieß der Fall oft ſein moͤchte.
Dieſen Wunſch konnte man ihr in der That nicht verargen. Sie war wenigſtens auf einige, obgleich ſehr kurze, Zeit einer Geſellſchaft entle⸗ diget, die ihr in den erſten vier Wochen laͤſtig wer⸗ den mußte. Denn die Alte, die den Ausdruck eingezo gen leben— im ſtaͤrkſten Sinne
interpretirte, quaͤlte und peinigte die arme Lei⸗
dende auf eine recht empfindliche Weiſe, indem ſie ihr unaufhoͤrlich von Tugend vorpredigte und den begangenen Ingendfehler als das abſcheulich⸗ ſte Verbrechen ſchilderte, wofuͤr ſie lange wuͤrde huͤſſen muſſen..
Sie hielt ihre Untergebene ſo ſtreng, daß dieſe kaum es wagen durfte, ohne ihre Erlaub⸗ niß aufzuſtehen. Auch dieß gehoͤrte nach ihren wunderlichen Grundſätzen und naͤrriſchen Begriß⸗ fen, die ſie ſich von dieſer oder jener Sache mach⸗ te, zu einer eingezogenen, ſtillen Lebensart; und ſie waͤre um alles in der Welt nicht von dieſen Hypotheſen abgegangen, die ſie ſo anſchaulich zu machen und ſo gruͤndlich zu behaupten wußte, daß ſich niemand unterſteng, ihr zu widerſprechen. Die haͤrteſte Forderung dieſer unleidlichen
Fran war, daß Iulie ſich den geliebten Gegen. ſtand


