Druckschrift 
Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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ft ſo und glattem Nadelholze den ſteilen Bergpfad hin⸗

licht anklimmen ſehen? Hoͤren, wie ihr Lied im haur⸗ Thale und zwiſchen den Gebuͤrgen verhallt? teins Warum hier? An einem Orte, in einer Ge⸗ zwei⸗ Kuend die nur ihren Jammer zu mehren, aber nden nicht zu mindern geſchaffen iſt? Warum nicht ahr⸗ anders wo, wo ſie der Einſamkeit weniger Ver⸗ all⸗ gnugen und Ruhe des Herzens opfern durfte 2 mit Warum uͤbergab man ſie der Aufſicht einer bigot⸗ bitt⸗ ten Tante, die ſie mehr quäͤlte und praͤnkelte, flel⸗ mehr mit Vorwurfen uͤberhaͤufte, als es im vaͤ⸗ ſich terlichen Hauſe geſchehen ſein wuͤrde? Mehr ber mit ſcheinheiligen Lehren und Vermahnungen ih⸗ gem re Ohren beleidigte und ihr jedes unſchuldige Ver⸗ bl⸗ gnuͤgen zur Suͤnde anrechnete? in, Auch dieß gehoͤrte zu den allzuraſchen, über⸗ den eilten Handlungen ihres Vaters, des Grafen am von Ehrenſtein, der zwar ein vortreſlicher, ſee⸗ r= lenguter Mann war, allenthalben die beſten Ab⸗ ut ſichten hatte, aber oft auf falſchem Wege und zu durch niedrige Mittel ſeinen Zweck verfehlte. Dieß war auch hier der Fall. Er wollte, en daß Juliens Schwangerſchaft ein Geheimniß 9, leiben ſollte; haͤtte er wohl einen ſicherern Ort i. waͤhlen koͤnnen, als dieſen? Eine beſſere⸗ it ſorgendere, vorſichtigere Duegna, als die ſech⸗ 61 zigjaͤhrige Tante, auf deren Verſchwiegenheit 5 und Erfahrung er ſich verlaſſen konnte?