15 3 fen von Ehrenſtein auf andere Gedanken zu brin⸗ gen und dachte der fatalen Lage, in ber er lich erblikte, ernſtlich nach. Er kleidete ſich eben an und war im Begriffe, auf Parade zu gehen, als ein Bedienter bei ihm eintrat und ein Billet vom Grafen uͤberreichte. Er oͤfnete es und las:
„Vetter!
„Den begangenen Jugendfehler verzelhe ich „dir; Julie aber iſt unerreichbar fuͤr dich. Indem „du dieſes lieſeſt, iſt ſie ſchon weit von dir und von „uns allen getrennt; auch wird ihr Aufenthalt dir vimmer ein Geheimniß bleiben. Ihn zu entde⸗ „ken, gieb dir keine Muͤhe; ſie wuͤrde vergebens „ſeyn und dein Vergehen vergroͤßern. Begnuͤge „dich mit dieſer Warnung und verdanke es der „Unvorſichtigkeit deines Freundes, daß du ſo „mit einem blauen Auge wegkamſt. Rechne uͤbri⸗ „gens auf meine Unterſtuͤzung; mein Hauß aber pkannſt und darfſt du nie wieder betreten. Sei vein Mann! Handle mit Klugheit und Vorſicht „und erwarte, was die Zukunft uͤber dich verhaͤn⸗ „gen wird. Leb wohl! der
deinige Julius Graf von Ehrenſteine⸗
Kurt wußte nicht, ob er ſeinen Augen trauen ſollte. Zwei, dreimal las er den Brief und las
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