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Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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brauch der Landluft nothwendig macht. Auf dieſe Art, hoffe ich, ſoll der Schandflek, den ihre Tu⸗ gend erlitten hat, unentdekt bleiben; gegen den Winter kommt ſie in die Stadt zuruͤk und niemand darf es wiſſen, daß ſie Mutter ward. Soltte ſie wider alles Verhoffen, ein Opfer ihres Vergehens

werden, ſo iſt die Sache fuͤr uns alle entſchieden!

Im entgegengeſezten Falle aber bleibt es ein fuͤr allemal dabei, Kurt von Iſenburg kann ihr Ge⸗ mahl nicht werden. re Welch' ein harter Ausdruf! Welch' ein zu Boden ſchlagender Gedanke: Lieben und geliebt werden und ſich ſosreiſſen muͤſſen auf ewig von dem geliebten Gegenſtande, einem aus Uebereilung ge⸗ thanen Verſprechen Genuge zu leiſten und das Opfer fremder Ehr⸗ und Habſucht zu werden. Noch am nemlichen Tage mußte Julie die Stadt verlaſſen, ohne von ihrem zaͤrtlichgellebten Konrad Abſchied nehmen zu duͤrfen; ohne zu wiſ⸗ ſen, ob ſie ihn je wieder ſehen wuͤrde. Nur jen⸗ ſeits blinkte ihr ein Strahl der Hofnung.Dort werd' ich ihn wiederſehen!« Mit troͤſtenden Gedanken verließ ſie das Hauß ihrer Eltern, in welchem ihr die Roſenmonde ihrer Erdenwande⸗ rung ſo paradiſiſch entflohen waren und glaubte nicht, den Augenblik zu uͤberleben, indem ſie Mut⸗ ter werden ſollte. Indeß beſchaͤftigte ſich Kurt von Iſenburg mit Plaͤnen und Entwuͤrfen, den beleidigten Gra⸗