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Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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Unwillkuͤhrlich und ſchuͤchterner, als ſonſt, be⸗ gegneten ſich ihre Blike. Sie waͤhnten gegenſei⸗

tig etwas darinnen zu leſen, das ihrem Herzen*

eine angenehme Beſchaͤftigung gab, ohne ſich das Gefuͤhl entraͤthſeln zu koͤnnen, das in dieſem Au⸗ genblicke ihrer Seelen Meiſter ward.

Laͤnger, als ſonſt, weilte die Hand des Maͤd⸗ chens in der Hand des Jünglings und oͤfterer be⸗ dekte ſie ſeine brennenden Lippen mit feurigen Kuͤſſen.

Es dauerte lang, ehe es unter ihnen zu einer buchſtaͤblichen Erklaͤrung ihrer gegenſeitigen Em⸗ pfindungen kam. Sie liebten ſich, ohne es zu wiſſen denn die Liebe war ihnen nur dem Na⸗ men nach bekannt aber ihre einander gekettet und ſie kannte Augenblike, als in denen ſie Zeugen ſich befanden.

Oft waren der Graf und die Graͤfin des Abends auſſer dem Hauße zu Gaſte; Julie war

nicht immer von der Parthie. Sie blieb daheim und entſchaͤdigte ſich gern fuͤr jedes andere Ver⸗ gnuͤgen an der Geſellſchaft ihres Freundes.

In einer dieſer gluͤklichen Stunde war es, wo ihre Herzen einander naͤher ruͤkten. Sie ge⸗

n keine ſeligeren allein und ohne

ſlaanden ſich, was ſie fuͤr einander fuͤhlten und ge⸗

lobten ſich gegenſeitig unverbruͤchliche Treue. Oft wiederholten ſie bei aͤhnlicher Gelegenheit dieſes

Seelen waren in

Geſtaͤndniß und eben ſo oft ihre Schwuͤre. Kein 3