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ſer Foderung berechtiget zu ſeyn; einige ſchlugen um ihrentwillen ſogar vortheilhafter ſcheinende Parthieen aus, die ihnen angetragen wurden; die wenigſten— und dieſe waren die edelſten— ſtrebten, durch Sittlichkeit und Beſcheidenheit ihr und ihren erhabenen Eltern zu gefallen, ehne Auf⸗ ſehen zu erregen und ihre Abſichten vor der Zeit laut werden zu laſſen. Alles betete Julien an und huldigte ihr— alles ſprach mit Enthuſias mus von ihr ais der erſten Schoͤnheit des Landes. Dieß ſchmeichelte zwar dem Herzen ihres Va⸗ kers; aber ſein gegebenes Ehrenwort galt ihm uͤber
alles— und er troͤſtete ſich mit dem Beiſpiele ſo
manches guten Weibes, dem man wider ſeine Nei⸗ gung einen Mann aufgedrungen hatte. Juliens hohe
A gend leiſtete ihm Buͤrgſchaft, daß auch ſie, wenn auch nicht ganz gluͤklich, doch wenigſtens nicht ganz
ungluklich, in ihrer vereinſtigen Lage ſeyn wuͤrde,
wenn auch der Sohn ſeines Freundes ſeinen Wuͤn⸗ 3 ſchen ſo wenig, als den gerechten Foderung ſei⸗
ner Tochter entſprechen ſollte. Unterwuͤrfigkeit
und Ergebenheit in den Willen anderer, waren
die Hauptelgenſchaften dieſer ſchoͤnen Seele.
Und ſolche Vorausſetzungen haͤtten ſein gegebe⸗
nes Verſprechen nicht entſchuldigen— nicht jede
Furcht aus ſeinem Herzen verdraͤngen ſollen?— Niemand ahnete, daß Ferdinand, der Sohn 8
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allgemein gefuͤrchteten Grafen von Opfermann,
Biele glaubten durch Stand und Vermoͤgen zu die⸗


