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Soldat zu werden. Indeß wuchs Julie, die um ei⸗
fentochter einſt mit ihrer Liebe beguͤnſtige
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gen. Ehrſucht von der einen und Stolz von der andern Seite ließen ſie gar nicht auf den Gedan⸗ ken kommen, mit vereinten Kraͤften zu arbeiten, um durch gemeinſchaftliches Streben ihren Zwech zu erreichen. Sie handelten jeder nach eigenen und einander geradezu widerſtreitenden Grundſaͤzen, die ihnen nothwendig die Erreichung ihrer Abſicht unmöglich machen mußten.
Ferdinand mußte ſtudieren und ſich zum Staats⸗ mann bilden, ſo wenig Neigung er auch zu den Wiſſenſchaften hatte, Sein Sinn ſtand daraufß,
nige Jahre juͤnger war, als Ferdinand, heran. Ihre Reize entfalteten ſich zu ihrem Vortheil und eine Menge bunter Schmetterlinge flatterte um die junge Roſe her.
So wenig nun auch ſelbſt die Graͤfin, Juliens Mutter, die Abſichten ihres Gemahls und den ihrer Tochter vom Schikſal beſtimmten Gefaͤhrten ihres Lebens kannte, ſo unterließ ſie nicht, nit muͤtterlicher Sorgfalt, Herz und Verſtand der jun⸗ gen Grazie zu bilden und ſie auf dle wichtige Be⸗ ſtimmung ihres Geſchlechts vorzubereiten. Julie trug das ihre dazu ſelbſt bei und Gkaf Ehrenſtein hatte Urſache, auf das Werk der Erziehung ſeines Kindes ſtolz zu ſeyn.“
Jeder von den um ihre Blicke Buhlenden
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wuͤnſchte der Gluͤkliche zu ſeyn, den die
ſod


