feſt zu halten. Wer konnte ihm denn fuͤr die Ge⸗ ſinnungen des Juͤnglings buͤrgen?
Zwar unterließ der Graf nichts, alles beizutra⸗ gen, was Vaterpflicht und Maͤdchenbeſtimmung heiſchten. Juliens Erziehung war eben ſo glaͤnzend,
als zwekmaͤſſig und in jeder Ruͤlſicht gluͤklich zu nen⸗
nen; ſchon verſprach er ſich den beſten Erfolg, der ſeinem Vaterherzen ſchmeichelte. Aber ſie blieb immer nur einſeitig, ſo emſig auch der Graf dem gemeinſchaftlichen Ziele entgegen arbeitete. Leichtſinniger betrieb Graf Opfermann das Ge⸗ ſchaͤft der Erziehung ſeines Sohnes. Stolz und Eigenliebe waren von jeher das Abzeichen ſeines Charackters: leidenſchaftlich huldigte ihnen ſein Herz und der Poſten, auf dem er ſtand, machte ihn nichts gewiſſer glauben, als daß es ihm nie fehlen
koͤnne. Er war der erſte Mann im Staate, des
Monarchen Guͤnſtling und einzige Mittelsperſon
zwiſchen Fuͤrſt und Unterthan. Als dieſem mußte
ihm jeder huldigen und jeder ſichs fuͤr ein Gluͤk
ſchaͤzen, eines Maͤcenatenblicks von ihm gewuͤrdiger zu werden. Mithin war es auch kein geringes Gluͤk fuͤr die Tochter ſeines Freundes, ſeinem Sohne
zur Gemahlin beſtimmt zu ſeyn, benn Graf Ehren⸗
ſtein war ja um einige Stellen unter ihm.
Sb Ferdinand mit Julien, oder Julie mit Fer⸗ gluͤklich ſein wuͤrde?— dieß getraueten


