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Vernunft zu verwirren. Es war aber bald vorüber, und aufrecht, ſtolz und feſt wie immer, ſtand er da, und kein menſchliches Auge hätte eine Spur menſchlicher Schwäche an ihm zu entdecken ver⸗ mocht.
Mit bewundernswürdiger Standhaftigkeit ſprach er:
„Für mich ſelbſt bitte ich um nichts. Ich kenne eure ſelbſt⸗ geſchaffenen Geſetze; ſie verurtheilen mich zu einem elenden Ende; aber für dieſe, die nicht wußten, was ſie thaten, für dieſe zutrau⸗ ensvollen, treuen Begleiter, rufe ich,— nein! bitte, flehe, beſchwöre ich Ihre Gnade; ſie ſelbſt—“*
„Sprechen Sie mit dieſen!“ ſagte der Freibeuter, und deutete mit weggewandtem Geſichte auf die Rotte, die ihn umgab;„dieſe ſind ihre Richter und die einzigen Gnadenſpender.“
Ein heftiger und beinahe unüberwindlicher Eckel ſprach deut⸗ lich aus dem ganzen Weſen des jungen Mannes; doch unterdrückte er ihn mit Macht, wandte ſich zu der Mannſchaft, und fuhr ort:— 3 „Nun, auch dieſen gegenüber will ich mich demüthigen, zu Bitten erniedrigen. Ihr ſeid Männer, ihr ſeid Seeleute—“
„Hinweg mit ihm!“ krächzte einer aus der Menge; er will predigen; fort mit ihm an die Raanocke!“
Dieſer ſchrillende, langgedehnte Ruf ward in ſchreienden Miß⸗ klängen mit einem Echo von zwanzig Stimmen aus beinahe eben⸗ ſoviel Nationen beantwortet;—
„An die Raanocke! fort mit allen Dreien! fort!“
Wilder ſandte dem Freibeuter den letzten hülferufenden Blick zu, konnte aber keine Antwort erlangen, da Jener abſichtlich ſich weggewendet hatte. Jetzt fühlte er ſich mit Gluth im Gehirne, unter Mißhandlungen von der Schanze auf den Mittelpunkt und den weniger Schutz gewährenden Theil des Deckes geſchleppt!“
Die Heftigkeit des Fortzerrens, das ſchleunige Schießen der Taue, und alle die ſchrecklichen Vorbereitungen einer Hinrichtung zur See, erſchienen ihm, der an den Grenzlinien der Zeit ſtand, das Werk nur eines Augenblickes.
„Eine gelbe Flagge! Eine Exekutionsflagge! brüllte ein rach⸗ ſüchtiger Vormann des Vorderkaſtells; der Gentlemann ſoll unter der Schurkenflagge ſeinen letzten Kreuzzug beginnen!“


