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Der rothe Seeräuber : eine Erzählung / von John Fenimoore Cooper. Für die reifere Jugend frei bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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Wenn er aber entwiſchte,

Ich ſetze mein Leben zum Pfande, er verſucht es nicht. Ich kenne nicht nur den Mann, ich kenne auch die furchtbaren Mittel, die er in's Werk ſetzen kann, um uns Widerſtand zu leiſten. Ein Halbſtündchen reicht hin, unſere Vorſichtsmaßregeln zu treffen, welche weder unſerem Muthe noch unſerer Klugheit Eintrag thun ſollen.

Der Veteran gab nur ungerne nach, und nicht ohne Murren über die Schmach, womit ſich ein brittiſcher Kreuzer bedecke, wenn er nicht dem verwegenſten Piraten aller Meere an die Seite liefe, und ihn mit einer Lunte in die Luft blieſe. Wilder, an die zunft⸗ mäßigen, gemüthlichen Großſprechereien gewöhnt, ließ ihn nach ſei⸗ nem Belieben murren, und beſchäftigte ſich indeſſen mit Gegenſtän⸗ den, welche ihm, ſeiner Stellung gemäß, vorzugsweiſe anvertraut waren.

Die Ordre: Alle zu Hauf! Das Schiff zum Kampfe ge⸗ rüſtet! ward wieder gegeben, und mit jener erfreuten Stimmung empfangen, mit welcher Seeleute jeden bedeutendern Wechſel in ihrem manchfaltig ergreifenden Leben willkommen heißen. Wenig blieb jedoch zu thun übrig; denn die meiſten der frühern Vorbereitungen waren noch in dem Stande, in welchen ſie bei dem erſten Zuſammen⸗ treffen der Schiffe geſetzt worden.

Nun folgte der Trommelſchlag auf die Poſten, und die ern⸗ ſtern und furchtbaren Vorbereitungen zum gewiſſen Kampfe. Nach⸗ dem dieſe verſchiedenen Zurüſtungen beendigt waren, die Mannſchaft an ihren Kanonen, die Segelgaſten auf ihren Raaen, und die Offi⸗ ziere auf ihren verſchiedenen Batterien ſich befanden, wurden die Hinterſegel gehißt, und das Schiff wieder in Bewegung geſetzt.

Während dieſes kurzen Zwiſchenraums lag das Schiff des Frei⸗ beuters, eine halbe Seemeile weit, in einem Zuſtande völliger Ruhe, ohne auch nur das kleinſte Intereſſe für die feindlichen Bewegungen ihres nahen Gegners zu verrathen. Als jedoch der Dart oder Pfeil ſolchergeſtalt der Kühlte nachgab, und die Raſchheit ſeiner Bewegung

zuſehends wuchs, bis das Waſſer unter ſeinem Vordertheil in kleinen

rollenden Schaumwogen ſich ſammelte, fiel auch der Vorderbug des andern Schiffes von der Richtung des Windes ab, ſein Bramſegel füllte ſich, und nun ward es ebenfalls durch die Kraft der Bewegung zum Manöveriren bereit gehalten. Der Pfeil zeigte nun wieder auf ſeinem