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„Und Keiner ward hinterlaſſen zum Andenken an ſeine hohen
Eigenſchaften, ſeinen ſtolzen Namen auf die Nachwelt zu tragen. Sagen Sie, lieber Merton, iſt nicht die Hand der Vorſehung in dieſer Anordnung? Mußte ich mich nicht vor ihr beugen, als einer gerechten Strafe für meinen Ungehorſam gegen einen liebenden, obſchon zu harten, aber dennoch liebenden Vater?“ „Niemand darf es wagen, in die unerforſchlichen Geheimniſſe jener gerechten Allmacht, die alle Dinge lenkt, einzudringen. Genug für uns, daß wir uns dem Willen deſſen, der regiert, zu unter⸗ werfen lernen, ohne ſeinen Rathſchluß zu erforſchen.“
„Aber,“ fuhr die Gouvernante ſo ſchnell fort, daß ſie deut⸗ lich verrieth, wie mächtig die Verſuchung, ſeine Ermahnung zu ver⸗ geſſen, in ihr kämpfe;„war nicht Ein Leben genug? Mußte ich Aller, Aller beraubt werden?“
„Madame, überlegen Sie! Was geſchehen iſt, iſt in Weis⸗ heit geſchehen, ja aus Gnade.“
„Wahr, ſehr wahr. Ich will Alles vergeſſen, was mich an jene ſchrecklichen Begebenheiten erinnern kann, nur nicht, was Sie mich gelehrt haben. Und Sie, würdiger und edeldenkender Merton, wie und wo haben Sie die Zeit zugebracht, in der wir uns nicht geſehen?“
„Ich bin immer nur der beſcheidene und demüthige Hirte einer wandernden Heerde geweſen,“ antwortete der ſanfte Kaplan mit einem Seufzer.„Manche entfernte See habe ich beſucht, und manches fremde Geſicht, manches fremde Weſen war mir beſchieden auf meiner Pilgerfahrt zu erblicken. Endlich bin ich aus dem Oſten in die Hemiſphäre zurückgekehrt, wo ich zuerſt athmete, und kam mit Erlaubniß unſerer Obern hier auf das Schiff, um einen Mo⸗ nat mit einem Gefährten zuzubringen, deſſen Freundſchaft aus noch früheren Zeiten, als die unſrige, ſtammt.“
„Ja, ja, Madame,“ ſprach der würdige Bignall, deſſen Ge⸗ fühle durch die vorgehende Scene nicht wenig aufgeregt worden; „es iſt ſo ziemlich ein halbes Säkulum, daß der Pfarrer und ich Knaben zuſammen waren, und auf dieſem Kreuzzuge haben wir alte Erinnerungen erweckt. Ich ſchätze mich glücklich, daß eine Dame von ſo hohen, empfehlenden Eigenſchaften uns Geſellſchaft leiſten will.“


