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Der rothe Seeräuber : eine Erzählung / von John Fenimoore Cooper. Für die reifere Jugend frei bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſtreifte unwillkührlich nach den Frauen.„Zu Newport blieb ich meinem Worte treu, und wären meine beiden Begleiter von Ihrem Schiffe los geweſen, ſo hätte es mein Fuß nimmer betreten.“

„Junger Mann, ich bin geneigt, Ihnen zu glauben. Ich glaube Ihre Beweggründe ganz zu durchſchauen. Sie haben ein gewagtes Spiel geſpielt; jetzt murren Sie vielleicht; dereinſt aber werden Sie ſich darüber freuen, daß Alles fruchtlos war. Gehen Sie, Sir; ein Boot ſoll Sie nach dem Dart bringen.“

„Täuſchen Sie ſich nicht ſelbſt, Kapitän Heidegger; glauben Sie ja nicht, daß irgend eine Großmuth von Ihrer Seite mein Auge für meine Pflichten blenden könne. In demſelben Augenblick, in dem mich der Kommandeur des ebengenannten Schiffes erblickt, iſt Ihr Charakter verrathen.“

„Ich erwarte es.“

„Auch wird meine Hand in dem Kampfo, der erfolgen wird, nicht unthätig ſein. Wenn es Ihr Wille iſt, ſo kann ich hier, ein Opfer meines Mißgriffes, fallen, aber von demſelben Momente, da Sie mich entlaſſen, bin ich Ihr Feind.“

„Wilder!“ rief der Freibeuter und ergriff ſeine Hand mit einem Blicke, deſſen Ausdruck die wunderbare Eigenheit der Scene abſpiegelte;„Wilder, wir hätten uns früher kennen müſſen! Doch was hilft das Bedauern! Gehen Sie; ſollte meine Mannſchaft das Gegentheil erfahren, ſo wären alle meine Vorſtellungen ein Flüſtern in den Wind!“

„Als ich an Bord des Delphin kam, war ich nicht allein.“

„Wie?“ rief der Freibeuter und trat kalt einen Schritt zurück, „iſt es nicht genug, daß ich Ihnen Freiheit und Leben anbiete?“

„Was kann ein ſchönes, hülfloſes und unglückliches Weſen, wie dieſes, an Bord eines Schiffes nützen, das einem Gewerbe ge⸗ weiht iſt, wie es der Delphin treibt?“

„Muß ich für immer auch der Gemeinſchaft der Beſten meiner Mitgeſchöpfe entſagen? Gehen Sie, Sir; laſſen Sie mir wenig⸗ ſtens das Bild der Tugend, wenn mir denn ihr Weſen fehlt.“

„Kapitän Heidegger! Einmal, unter dem Einfluſſe Ihrer beſſern Gefühle, ſprachen Sie ein Gelübde aus zu Gunſten dieſer Frauen, welches tief aus dem Herzen kam, wie ich hoffe.“

„Ich verſtehe Sie, Sir. Was ich damals ſagte, iſt nicht ver⸗

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