höchſt verächtlichen Tone;„wer frägt nach dem Fädchen Hanf, wenn das Ankertau reißen ſoll?“
„Mr. Nighthead kennt die Handhabung des Schiffes, ſei das Wetter wie es wolle,“ ſagte ein anderer Matroſe mit dem zuver⸗ ſichtlicſſten Tone, der aus einem unbedingten Vertrauen in die Ge⸗ ſchicklichkeit des Sekond⸗Lieutenants entſprang.
„ und das iſt kein großer Verdienſt für mich. Ich habe vom Jungen herauf gedient, und habe auf allen Schiffen gelebt, vom Logger bis zum Zweidecker. Wenige Seeleute können ſo viel wie ich zu ihrem Vortheil ſagen, denn das Bischen Wiſſen habe ich von
der Arbeit, und nicht aus der Schule. Was vermag aber die Wiſ⸗
ſenſchaft, die Kunſt, gegen Hexerei, gegen die Werke eines Weſens, das ich nicht nennen will,— denn ohne Noth will ich Niemand beleidigen. Ich ſage noch einmal, Kameraden, daß unſer Schiff ſo viel Segel hat, als kein verſtändiger Seemann leiden würde noch ſollte.“
Ein allgemeines Murren entſtand; ein Zeichen, daß die mei⸗ ſten ſeiner Zuhörer, wo nicht Alle, ſeiner Meinung waren.
„Unterſuchen wir die Sache ruhig und vernünftig, wie es aufgeklärten Engländern ziemt,“ fuhr Nighthead fort und warf
einen verſtohlenen Blick hinter ſich, am ſich zu überzeugen, daß die
Perſon, vor deren Mißfallen er eine heilſame Scheu hegte, nicht hinter ihm ſtehe.—„Wir ſind Alle, Alle in England geboren, nicht ein Tropfen fremdes Blut rinnt in unſern Adern; auf die⸗ ſem Schiffe iſt nicht einmal ein Schotte oder Irländer. Unterſu⸗ chen wir denn die Sache gründlich. Erſtens denn, da iſt der gute Nikolas Nicholls, der muß von einem Waſſerfaſſe abglitſchen, und das Bein brechen. Nun aber, merkt wohl auf, Brüder, habe ich Kerle von Maſten und Raaen herabſtürzen ſehen, die ſich nicht halb ſo wehe thaten. Was liegt aber einem Gewiſſen, einem gewiſſen Herrn daran, wie hoch er ſeinen Mann herabſtürzt? Er braucht ja nur den Finger zu rühren, und wir baumeln Alle? Dann fer⸗ ner, da kommt ein Fremder zu uns an Bord; ein Menſch, der nicht unſere freie redliche Engländermiene beſitzt, ohne Bosheit, die man mit der flachen Hand....“
„„Der junge Offizier iſt ziemlich gut im Aeußern beſchaffen,“
unterbrach ihn der alte Seemann.


