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Der rothe Seeräuber : eine Erzählung / von John Fenimoore Cooper. Für die reifere Jugend frei bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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Fünftes Kapitel.

Es ruht in der Unermeßlichkeit der Meere eine Majeſtät, welche die Pforten jener Leichtgläubigkeit ſtets offen hält, denen des Menſchen Geiſt ſo zugänglich iſt, möge Ueberlegung und Kenntniß ihn auch ſtark gemacht haben. Das Firmament über dem Haupte, während er ſich auf einer Meeresfläche, der keine Grenze abzuſehen i*ſt, bewegt, iſt der minder unterrichtete Matroſe ſtets geneigt auf jedem Schritte ſeiner Fahrt, ſein Gemüth durch günſtige Vorbe⸗ deutungen zu erheitern. Die wiſſenſchaftlich begründeten Vorzeichen ſelbſt begünſtigen eine größere Anzahl anderer, deren Grund blos in einer überſpannten und ausſchweifenden Einbildungskraft zu ſu⸗ chen iſt. Ein hüpfender Delphin, ein vorbeiſchießendes Meerſchwein, der ungeheure Wallfiſch, der einen Theil ſeiner ſchwärzlichen, plum⸗ pen Maſſe über den Waſſerſpiegel hebt, der Schrei der Seevögel, ſind, ſeinem Glauben nach, Vorzeichen glücklicher oder unheilbringen⸗ der Ereigniſſe. Die Verwechslung unerklärlicher und nicht vorhandener Dinge, verſetzt ſtufenweiſe den Geiſt des Seemanns in einen Zuſtand, in welchen er ſich mit Freuden jeder übernatür⸗ lichen Empfindung hingiebt, und wäre es auch nur darum, weil ihm jedes unbegreifliche Ding, wie das unermeßliche Element, auf dem er ſein Leben zubringt, übernatürlich ſcheint.

Manche Ereigniſſe des heutigen Tages waren ſo beſchaffen, daß ſie den abergläubiſchen Regungen der Matroſen reichliche Nah⸗ rung boten. Wir haben bereits erwähnt, daß der Unfall, der ihrem früheren Kommandanten begegnet, und die Art, wie ein Fremder ſeine Stelle eingenommen, die Regungen des Mißtrauens vermehrt hatten. Das Segel auf der Leeſeite war für den guten Ruf un⸗ ſeres Abentheurers zur Unzeit erſchienen, da dieſer noch zu wenig Gelegenheit gehabt hatte, ſich des Zutrauens ſeiner Mannſchaft zu verſichern; und jetzt drohten die letzten ſonderbaren Begebenheiten unglücklicher Weiſe, ihn deſſen auf immer zu berauben.

. Es befand ſich ein Seemann auf der königlichen Karoline, der das Amt eines Sekond⸗Lieutenants bekleidete. Er hieß Night⸗

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