36 Wilder ſchwieg. Entweder mochte er der abergläubiſchen Furcht ſeines Lieutenants lange genug geſchmeichelt haben, oder er war zu ſehr mit der Hauptſache beſchäftigt, um ſich länger mit einem Ge⸗ genſtand zu beläſtigen, der ihm zu ferne lag, kurz, er antwortete nichts.— Obgleich die Wogen, durch welche die Karoline ſich ar⸗ beiten mußte, ihren Lauf bedeutend hemmten, ſo hatte ſie doch bald inmitten des furchtbar wüthenden Elementes eine Meile zurück⸗ gelegt. Jedesmal, wenn ſie niedertauchte, zertheilte ihr Bug eine Maſſe Waſſers, welche jeden Augenblick zunahm, und ſich mit wach⸗ ſender Heſtigkeit gegen den Kiel ſtürzte; und in mehr als einem Kampfe ſchien das Schiff, das immer fortſchritt, in einer Woge zu verſchwinden, die es weder zu durchbrechen, noch zu überſteigen vermochte. Die Aufmerkſamkeit der Seeleute folgte genau jeder auch noch ſo geringen Bewegung des Schiffes; nicht ein Mann verließ mehrere Stunden hindurch das Deck. Die abergläubiſche Furcht, welche ſich ſo ſehr des rohen Gemüthes des erſten Lieutenants be⸗ mächtigt hatte, theilte ſich ſchnell dem Schiffsvolke bis zum letzten Jungen mit. Selbſt der Unfall, der ihrem früheren Befehlshaber widerfahren, das unerwartete und geheimnißvolle Auftreten des jungen Offiziers, der jetzt, in Umſtänden, die als höchſt wichtig be⸗ trachtet wurden, mit ſo viel Ruhe und Feſtigkeit auf dem Hinter⸗ kaſtell auf und ab ging, trugen dazu bei, einen befremdenden Ein⸗ druck auf ſie zu machen. Die unbeſtrafte Kühnheit, mit welcher die Karoline jetzt alle ihre Segel trug, vermehrte ihr Erſtaunen; und bevor Wilder noch die Aufgabe gelöſt hatte, welches Schiff, das ſeinige, oder das ſo ſonderbar am Horizont erſcheinende, raſcher
ſich fortbewegte, war er ſelbſt ſeiner Mannſchaft ein Gegenſtand
des Verdachtes geworden.


