„Nein! aber ſeine Stellung mißfällt mir! Wollte Gott, es ſegelte nordwärts!“ 5
„Es iſt vermuthlich ein Schiff aus dem Hafen von New⸗York, und ſteuert nach einer Inſel Seiner Majeſtät, im karaibiſchen Meer.“
„Nein!“ ſagte Wilder kopfſchüttelnd;„kein Schiff, das von der Höhe von Neverſink kommt, hätte mit dieſem Winde die hohe See erreichen können.“
„Iſt's denn vielleicht ein Schiff, das mit uns ſegelt, oder nach einer Bai der mittleren Kolonien ſteuert?“
„In dieſem Falle würde ſeine Fahrt klarer ſein. Seht, es treibt in dem Winde.“
„Iſt es vielleicht ein Kauffahrer oder ein Kreuzer, der von einem der genannten Orte kommt?“
„Keins von beiden. Dazu hat der Wind ſeit zwei Tagen zu ſtark aus Norden geweht.“
„So iſt es denn ein Schiff, das aus den Gewäſſern von Long⸗Island kommt, und das wir eingeholt haben.“
„Das können wir noch hoffen,“ ſprach Wilder leiſe mit halb⸗ erſtickter Stimme..
Die Gouvernante, welche alle dieſe Vermuthungen blos in der Abſicht geäußert hatte, um dem Kommandanten der Karoline die Auskunft zu entlocken, die er mit ſo vieler Hartnäckigkeit ver⸗ weigerte, war jetzt mit ihrem Wiſſen zu Ende und hatte keine an⸗ dere Wahl, als ſich dem guten Willen des Seeoffiziers zu über⸗ laſſen, oder zu dem ſicheren Mittel, geradezu zu fragen, ihre Zuflucht zu nehmen. Wilder ſchien indeſſen für eine ſolche Unterredung all⸗ zuſehr beſchäftigt, denn er rief den wachthabenden Offizier zu ſich, und hielt eine kleine geheime Konferenz mit ihm. Dieſer, der den zweiten Rang auf dem Schiffe einnahm, ein wackerer Offizier, deſ⸗ ſen Verſtand aber nicht gerade ſehr durchdringend war, ſah in der Nähe eines Schiffes an dem Punkte, wo das unbekannte Segel noch ein dunkles, und beinahe ätheriſches Bild bot, eben nichts Be⸗ ſonderes. Er ſtand keinen Augenblick an, zu äußern, es ſei wohl ein Kauffahrer, der, wie die Karoline, einen erlaubten Handel triebe. Es' ſchien jedoch, als dächte ſein Kommandant anders hierüber, wie


