Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

8

Das muß doch naͤher unterſucht werden! nahm Cecilie das Wort, und ſchlug den Mantel zuruͤck.Als Herrinn vom Hauſe muß ich wiſ⸗ ſen, wen ſeine Mauern beherbergen. Ihr wer⸗ det mir einen Gefallen thun, wenn Ihr auf⸗ ſchließt: denn ich ſehe, die Schluͤſſel haͤngen an Eurem Guͤrtel. 4

Die Schildwache zauderte. Die Schoͤn⸗ heit und Rede der Sprecherinn hatten ihn ſehr eingeſchuͤchtert. Aber eine innere Stimme erin⸗ nerte ihn an ſeine Schuldigkeit. Indeſſen ein gluͤcklicher Gedanke brachte ihn aus der zweifel⸗ haften Lage heraus. Er konnte der Dienſtpflicht und dem Wunſche, oder beſſer dem Befehle der Lady gehorchen.

Hier ſind die Schluͤſſel! erwiederte er. Mein Befehl lautet, die Gefangenen nicht her⸗ auslaſſen, aber Keinen abzuhalten, der hinein will. Wenn Ihr mit ihnen geſprochen habt; ſo ſeid ſo gut, die Schluͤſſel mir wieder zuzuſtellen, waͤr⸗ es auch nur, die Augen eines armen Burſchen zu ſchonen: denn bis die Thuͤre wieder verſchloſſen iſt, darf ich nicht einen Augenblick davog wegſehen!

Cecilie verſprach das gern, und als ſie mit zitternder Hand den einen Schluͤſſel verſuchte, hielt ſie Alix zuruͤck, um ſelbſt mit der Wache zu reden. 3