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„* ren Kloͤſtern Unterkunft, und jeder bemuͤhte ſich, ſo gut er konnte, den Schlag zu mildern. Der from⸗ me Arnulph verharrte bis an das Ende in ſeinem Glauben, daß Milde die ſchoͤnſte Eigenſchaft eines Chriſten ſei, hoͤrte nie auf, fuͤr die Feinde der Kirche zu beten, und ſich zu bemuͤhen, auf daß ſie der Wohlthat ſeiner Fuͤrbitte theilhaftig wuͤrden.
Was Odo von Ritterſtein betrifft, ſo erzaͤhlte man ſich uͤber ſein Schickſal im Lande lange ver⸗ ſchiedene Sagen. Ein Geruͤcht, das allgemein ge⸗
glaubt wurde, war, daß er mit Albrecht von Wie⸗
derbach, der wieder zu ſeinen Ordensbruͤdern geſto⸗ ßen war, gekaͤmpft habe, und auf dem Sande Afri⸗ ka's geſtorben ſei. Aber in dem Jaͤgerthale ging noch eine andere Sage in Betreff ſeines Todes. Dreißig Jahre ſpaͤter, nachdem Heinrich, Emich von Leiningen und die meiſten Perſonen dieſer Legende bereits vor Gottes Richterſtuhl gefordert waren, ſoll ein alter Wanderer vor den Thoren von Ritter⸗ ſtein erſchienen ſein, und um Oddach fuͤr die Nacht gebeten haben. Meta, deren Gemahl und Sohn im Kriege abweſend waren, ſoll ihs wohl empfan⸗ gen, und viel Vergnuͤgen an ſeinen Beſchreibungen der Sitten und Ereigniſſe in fremden, fernen Laͤn⸗ dern gehabt haben. Zufrieden mit ihrem Gaſte,


