mehr fremd. Wenn Du nicht nur meinen Frieden, ſondern auch mein ewiges Heil ſichern willſt, ſo laß mich ziehen. Nur zu lange habe ich in der Naͤhe ei⸗ ner Gegend, voll von Erinnerungen, welche die furchtbarſten Feinde des Buͤßenden ſind, verweilt.«
Ulrike trat zuruͤck, und Todtenblaͤſſe uͤberzog ihr Antlitz. Sie zitterte an allen Gliedern, denn jene Sympathie, welche weder Zeit noch Pflicht ganz hatte verwiſchen koͤnnen, deutlichte ihr den Sinn ſeiner Worte. Auch war ſeine Stimme ſo innig, daß ſie ganz klang wie in alter Zeit, und alle Bilder der Jugend aufrief; denn in keiner Lage des Lebens vermag eine Frau die theuren Toͤne zu vergeſſen, welche ihr jungfraͤuliches Ohr zuerſt mit der Melo⸗ die der Liebe begruͤßten.
»Odo«, ſagte eine ſanfte Stimme, die jeden Nerv des Einſiedlers durchbebte,„wann gedenkſt Du zu ſcheiden?«
»Dieſen Tag,— dieſe Stunde,— dieſe Mi⸗ nute.“
»Ich glaube,— ja, Du haſt Recht, daß Du ſcheideſt.⸗
» Ulrike, Gott wird Dich ſchuͤtzen. Bete oft fuͤr
mich.«
»Lebewohl, theurer Odo!⸗


