daß
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das Gluͤck ihres Kindes und Bertholds geſichert war—»großmuͤthiger, edler Odo!«
Der Einſiedler erhob ſich, und uͤbergab ihr die Urkunde auf eine Art, welche bewies, daß er nur einen laͤngſt gefaßten und vorbereiteten Entſchluß ausfuͤhre.
„Und nun, Ulrike«, ſagte er mit erzwungener Ruhe,» nachdem dieſe feierliche und gebieteriſche Pflicht erfuͤllt iſt, bleibt nur noch das Abſchiedneh⸗ men uͤbrig.«
„Abſchied nehmen! Du wirſt mit Meta und Berthold leben,— das Schloß Ritterſtein wird nach ſo langem Schmerz und ſo vielen Leiden Dei⸗ ne Ruheſtaͤtte ſein.⸗
„Es darf nicht ſein!— mein Geluͤbde, meine Pflichten— Ulrike! ich fuͤrchte, auch die Klugheit verbietet es.«
»Deine Klugheit! Du biſt nicht mehr jung, theurer Odo!— Muͤhſeligkeiten, die Du bisher verachtet haſt, werden Deinen ſpaͤteren Jahren zu ſchwer werden, und wir waͤren ungluͤcklich, wenn wir erfuͤhren, daß Du um der Wohlthaten willen, die Du ſo freigebig Anderen erwieſeſt, litteſt.«
„Gewohnheit iſt an die Stelle der Natur ge⸗ treten, und die Einſiedelei und Oede ſind mir nicht


