Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
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228 jenen einfachen, innigen Glauben, den ich an der Mutter ſo ſehr bewunderte, und ſoll ich erſt geſte⸗ hen, daß Ehrfurcht fuͤr Dich meinen Wunſch, Dei⸗ ner Tochter zu dienen, lebendiger machte?«

»Ich bin Dir gewiß Dank ſchuldig fuͤr die Be⸗ ſtaͤndigkeit Deiner guten Meinung von mir, Herr von Ritterſtein«, ſagte Ulrike tief bewegt.

»Danke mir nicht, ſondern halte den Wunſch, Deinem Kinde einen Dienſt zu erweiſen, fuͤr einen Tribut, den die Reue gern der Tugend abtraͤgt. Du weißt, daß ich der Letzte meines Geſchlechtes bin, und daß ich keine Wahl habe, als irgend ein Kloſter zu begaben, oder meine Beſitzungen und mein Geld an den Lehnsherrn fallen zu laſſen, oder dieſes zu thun.«

»Ich haͤtte nicht geglaubt, daß es moͤglich waͤre, eine ſolche Veraͤnderung gegen das Intereſſe des Kurfuͤrſten vorzunehmen.

»Dafuͤr wurde geſorgt, eine Geldſumme machte es moͤglich, und dieſe in aller Form ausgefertigte Urkunde ernennt den jungen Berthold zu meinem Subſtituten und Erben.«

»Freund! theurer, großmuͤthiger Freund!« rief die Mutter, bis zu Thraͤnen geruͤhrt, aus, denn in dieſem Augenblicke dachte Ulrike an nichts, als daß

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