Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ten Ulrike ſtrahlten nicht wie gewoͤhnlich, obſchon ihre einnehmende Schoͤnheit, die den Hauptreiz durch den Ausdruck erhielt, durchaus unvermindert war. Beide waren in Folge deſſen, was zwiſchen ihnen beſprochen worden, und vielleicht noch mehr in Folge der Hefuͤhle, die ſie zu verhehlen ſtrebten, in lebhafter Bewegung.

»Dein Leben iſt reich an ergreifenden Ereigniſ⸗ ſen, Odo«, ſagte die milde Ulrike, nachdem ſie einer Erzaͤhlung des Einſiedlers zugehoͤrt hatte,»und dieſe letzte wunderbare Rettung von einem gewiſſen Tode gehoͤrt zu den merkwuͤrdigſten.

»Daß ich am Jahrestage meines Verbrechens,

und am Tage des Sturzes der Altaͤre von Limburg durch das Zuſammenbrechen des Kirchendaches den

Tod finden ſollte, ſchien mir eine ſo gerechte Ver⸗ geltung des Himmels, daß ich mich jetzt noch wun⸗ dere, wie ich am Leben bleiben konnte. Du glaub⸗ teſt alſo, gleich allen Uebrigen, daß ich von der Pein des irdiſchen Lebens erloͤſ't waͤre?«

»Du ſiehſt das, was Dir an Hoffnung und Himmelsgnade blieb, mit einem undankbaren Auge an, ſonſt wuͤrdeſt Du nicht ſo haben ſprechen koͤn⸗ nen. Bedenke, Odo, daß unſere Freuden auf Erden mit Schmerz gemiſcht ſind, und daß Dein Ungluͤck