„Habt Ihr einen Vorſchlag zu machen, der ſich nicht ſo ſehr auf die Religion bezieht?« fragte Hein⸗ rich, welcher bemerkte, daß ſeine ſtaͤdtiſchen Bundes⸗ genoſſen, in ſofern die Moral dabei im Spiele war, zu wanken begannen,»denn hierauf verſtehen wir uns beſſer, als auf Eure ſpitzfindigen Glaubens⸗ lehren.⸗
„Ich bin beauftragt, zu erklaͤren, daß die geiſt⸗ liche Bruͤderſchaft von Limburg, ſo wie es ihrem frommen Berufe ziemt, geneigt iſt, in ſoweit es die Pflicht erlaubt, zu verzeihen und zu vergeſſen, unter auseinander zu ſetzenden Bedingungen.⸗
»Ah! das iſt chriſtlich, und ganz unſeren eige⸗ nen Geſinnungen angemeſſen. Was uns betrifft, hochwuͤrdiger Prior, ſo wuͤnſchen wir Alle das Ver⸗ gangene zu vergeſſen, und einer freundlichen und heiteren Zukunft entgegen zu ſchauen;— erklaͤre ich die Anſicht der Stadt richtig, Nachbaren?«
„Buchſtaͤblich! Kein Gelehrter koͤnnte es beſſer. 55 Ja, wir denken wie die Benedictiner; es iſt weiſe, in Frieden zu leben, zu verzeihen und zu vergeſſen«, antworteten bereitwillig alle Anweſenden.
»Du hoͤreſt, Vater«, eine beſſere Stimmung konnte ſich nie ein Abgeſandter oder Bevollmaͤchtig⸗ ter wuͤnſchen! Beim Himmel! darin ſtimmen wir


