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Vorſchlaͤge von Seiten der Moͤnche anzuhoͤren; da aber die zum Erſcheinen ihres Bevollmaͤchtigten feſtgeſetzte Stunde noch nicht gekommen iſt, ſo koͤn⸗ nen wir die Augenblicke bis dahin durch paſſende Unterredung verkuͤrzen. Haſt Du etwas zu ſagen, Bruder Wolfgang, das die Gemuͤther der Furcht⸗ ſamen beruhigen kann?— Wenn dies der Fall iſt, um Gottes willen, ſo ſprich es mit einem Male aus, damit wir Alles wiſſen.«
Die Aehnlichkeit zwiſchen Wolfgang und Hein⸗ rich beſtand lediglich in ihren buͤrgerlichen Verhaͤlt⸗ niſſen. Obſchon jener ſich gierig nach den, von dem Sturze der Abtei erwarteten Vortheilen ſehnte, ſo ſcheute er doch heftig jede uͤberlegene Gewalt, und war, ob banger Ahnungen wegen Roms und des Kürfuͤrſten, außer Stande, ſich des Triumphes zu freuen. Auch war er ſehr alt, was das Zittern ſeiner heiſeren Rabenſtimme noch vermehrte.
»Es iſt klug, die Erfahrenen und Weiſen in ſchwierigen Verhaͤltniſſen zu Rathe zu ziehen«, er⸗ wiederte der alte Buͤrger,„denn ein hohes Alter lehrt Einſicht in die Eitelkeit alles Irdiſchen, und macht uns geneigt, die Welt mit mehr Maͤßigung, und mit weniger Selbſtliebe und Eitelkeit zu be⸗ trachten.⸗


