gleitet, eilte der Graf an den geweihten Ort, der die Graͤber und die Kapelle ſeiner Ahnen enthielt. Hier, wie oben, herrſchte eben ſo große Helle als Verwirrung. Die meiſten Grabdenkmahle waren bereits verſtuͤmmelt, und keine Kapelle geſchont worden. Vor jener der Hartenburger ſtand Albrecht von Wiederbach mit uͤbereinander geſchlagenen Ar⸗ men und nachdenklichen Blicken. Der Mantel, welcher anfangs ſeine Perſon verhuͤllte, hing loſe herab, und er ſchien uͤber ſein tiefes Sinnen die Klugheit, welche ihm unerkannt zu bleiben gebot, zu vernachlaͤſſigen.
„»Wir ſind endlich bis zu den Graͤbern unſerer Ahnen gedrungen, Vetter;« ſprach der Graf, in⸗ dem er zu ihm trat.
»Bis zu ihren Gebeinen ſogar, edler Emich.«
»Die wuͤrdigen Ritter haben lange in ſchlechter Geſellſchaft geſchlafen; ſie ſollen hinkuͤnftig in der Kapelle der Hartenburg Ruhe finden.«⸗
»Ich hoffe, Herr Graf, daß dieſe Unternehmung fuͤr rechtmaͤßig erachtet werden wird.«
»Wie!— zweifelſt Du daran, da das Werk bereits ſeiner Vollendung ſo nahe iſt?«
»Bei der Meſſe! Einem Rhodiſerritter ſtuͤnde es beſſer an, gegen den beturbanten Unglaͤubigen zu fechten, als ſo ohne Umſtaͤnde die Edlen ſeines Geſchlechtes von ihrem langen Schlafe zu erwecken.«
„Du kannſt in das Schloß zuruͤckkehren, Herr Albrecht, wenn Du muͤde biſt«, ſagte Emich kalt, bis dahin kann kein Fluch dringen.⸗
»Das waͤre eine ſchlechte Vergeltung fuͤr Deine Gaſtfreiheit, Vetter; der fahrende Ritter iſt der
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