Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
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ſo bruͤllte gerade dieſer Theil der Kriegsleute der Unterbrechung aus funßzig heiſeren Kehlen Beifall. Emich athmete wieder freier, denn unter dem Ein⸗ fluſſe ſeiner eigenen Beſorgniß und des Schwankens ſeiner Leute, hatte er fuͤr einen Augenblick gefuͤrch⸗ tet, ſein langgehegter Plan der Zerſtoͤrung Limburgs ſchwebe in großer Gefahr, vereitelt zu werden.

Durch das gegenſeitige Geſchrei ermuthigt, ſchrit⸗ ten die Eingedrungenen wieder zu ihrem Werke, und lachten uͤber ihre eigene Angſt. Die Baͤnke und Beichtſtuͤhle waren in dem Hauptſchiff bereits aufgeſchichtet, und wurden nun angezuͤndet. Man legte in der Kirche allenthalben, wo es entzuͤndliche Stoffe gab, Feuer an, und einige Handwerker aus Duͤrkheim ſteckten das Dach an, um die Zerſtoͤrung des Baues ſicher zu bewirken. Inzwiſchen ſtanden alle andern Gebaͤude der Abtei in vollem Brande, und der ganze Berg bot dem Auge deſſen, der im Thale wohnte, den Anblick eines großen Flammen⸗ meeres mit daruͤber ſich aufwirbelnden Rauchwol⸗ ken dar.

Waͤhrend dies vorging, ſchritt Emich im Chor auf und nieder, und freute ſich theils ſeines Sieges, theils zweifelte er an der Frucht deſſelben, ſo weit es ſeine Perſon betraf. Zwar die zeitlichen Folgen hatte er wohl erwogen, allein die regungsloſe Stel⸗ lung des Vater Johann, die ausgelegten Reliquien und der Fluch der Kirche ſchreckten noch immer ein Gemuͤth, deſſen neue Anſichten nicht die gehoͤrige Feſtigkeit erlangt hatten. Aus dieſer Unruhe wurde

er durch den Schall von Hammerſchlaͤgen unten in

der Gruft erloͤst. Von Heinrich und Berthold be⸗