Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
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Geheiß zu gehorchen, waͤhrend Andere ſich haſtig in das Chor draͤngten. Die Anweſenheit von Leidens⸗ genoſſen vermindert ſtets die Furcht, wenn ſie gleich

zuweilen die Gefahr vermehrt; denn das menſch⸗

liche Gemuͤth iſt ſo beſchaffen, daß es immer dem Einfluſſe der Sympathie, es ſei zu Schmerz oder Freude, gehorcht. Als Emich ſich von ſo vielen Getreuen umgeben ſah, dachte er weniger an die gefuͤrchtete Mine, und wandte ſich zu dem Moͤnch mit groͤßerer Ruhe.

»Du haſt die Mannen von Hartenburg ſehen wollen, Vater«, ſagte er ironiſch,und ſieh, wie bereitwillig ſie ſich eingefunden haben!«

«Ich wollte, daß Alle, welche den Abtruͤnnigen Gehoͤr geliehen haben, Alle, welche unſerer hei⸗ lige Kirche die gebuͤhrende Ehrfurcht verſagen, Alle, welche Rom verleugnen, Alle, welche auf Erden an der Einwirkung des Himmels zweifeln, jetzt vor mir ſtehen moͤchten!« erwiederte der Bene⸗ dictiner, indem er die Schaar, welche ſich zwiſchen den Chorſtaͤnden geſammelt hatte, mit dem funkeln⸗ den, aber ruhigen Auge eines Mannes uͤberſah, der ſich ſeiner Staͤrke bewußt iſt.»Du biſt zu Hunder⸗ ten hier, Graf von Leiningen, wollte Gott, es waͤre zu Millionen!«

»Wir ſind fuͤr unſeren Zweck hinreichend ſtark, Moͤnch.«

»Das mußt Du erſt erproben. Nun hoͤrt auf eine Stimme von Oben! Ich ſpreche zu Euch, Ihr unheiligen Diener des Willens dieſes hochmuͤthigen Barons, zu Euch, Ihr mißleiteten und unwiſ⸗ ſenden Werkzeuge eines Planes, der aus dem