Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
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241 licher Sinn nach einem der koſtbaren Gefaͤße ſtrebt, ſo nimm es, und ziehe von hinnen!«

Der Benedictiner erwiederte das Gelaͤchter des Grafen mit dem ruhigen Laͤcheln des tiefinnerſten Triumphes.

»Verſammle Deine Getreuen, gottvergeſſener Baron«, ſagte er,»rufe Alle, uͤber die Du gebie⸗ teſt, an dieſe heilige Staͤtte zuſammen, denn noch haſt Du eine Macht zu uͤberwaͤltigen, an welche Du nicht dachteſt; und in dem Augenblicke, in wel⸗ chem Du Dich am ſicherſten duͤnkſt, biſt Du der Schmach und dem Untergange am naͤchſten.«

Waͤhrend der fanatiſche Moͤnch dieſe Worte mit gehoͤrigem Nachdruck ſprach, wich der Graf einen Schritt zuruͤck, gleich als fuͤrchte er eine Mine, Der verzweifelte Enthuſiasmus des Vater Johann war wohl bekannt, und keiner der drei Zuhoͤrer war ohne Beſorgniß, ob nicht die Moͤnche, den Ueber⸗ fall erwartend, uͤber irgend einen tiefen Racheplan gebruͤtet hatten, deſſen Ausfuͤhrung dieſem Schwaͤr⸗ mer uͤbertragen war.

»Holla!« ſchrie der Graf,»laß eine Abtheilung ſchnell in die Gruft hinunterſteigen, und nach den Schurkereien dieſer vorgeblichen Heiligen ſehen, Vet⸗

ter von Wiederbach«, indem er in dieſem Augen⸗

blick der Aufregung die Anweſenheit des geſchwor⸗ nen Kreuzritters verrieth,»ſorge Du fuͤr unſer Heil, denn in dem Kriege auf Rhodus muͤſſen Dir Ver⸗ raͤthereien der Art bekannt geworden ſein.«

Der Ruf des Grafen, den er wie ein Schlacht⸗ geſchrei ausgeſtoßen hatte, that den Haͤnden der Zerſtoͤrer Einhalt. Einige eilten herbei, um ſeinem

Heidenmauer. II. 16