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»Bei den heiligen drei Koͤnigin!— wohl in ihrem Bette?«
»Nein, beim Gebete, aber an einem anderen Orté. Allein wir thun ihr zu viel Ehre an, edler Emich, indem wir unſere Gedanken in dieſem Augenblicke auf eine einfache Hausfrau richten.«
»Nichts, was Dich betrifft, guter Buͤrgermei⸗ ſter, wird von Deinen Freunden leichthin betrach⸗ tet«, erwiederte der Graf, der ſelbſt in dieſem Au⸗ genblicke des Tumultes mit inſtinktmaͤßiger Umſicht den Beſuch Ulrikens bei den Benedictinern, zu einer ſo ungewoͤhnlichen Stunde, in Erwaͤgung zog. „»Du haſt eine treffliche Frau, Herr Heinrich, und Alle, welche ſie kennen, ehren ſie!«
Der Buͤrgermeiſter war ein Mann, der viel zu ſehr auf ſeine eigenen uͤberſchwenglichen Verdienſte baute, um irgend einer Eiferſucht Raum zu geben. Wohl mag dieſer Sicherheit Eitelkeit zum Grunde gelegen haben, obſchon es kaum moͤglich war, daß ſelbſt derjenige, der von Natur der quaͤlenden Leidenſchaft der Eiferſucht ergeben war, in lan⸗ ger Vertrautheit mit der reinen Seele Ulrikens leben konnte, ohne Ehrfurcht fuͤr ihre Grundſaͤtze und Tugend zu fuͤhlen. Die Geſinnungen des Grafen waren jedoch verſchieden, denn obſchon er den Charakter derjenigen, von welcher er ſprach, wohl kannte, ſo vermochte er doch ſeinen Verdacht, als den eines Ausſchweiflings, noch den Verdruß eines Verſchmaͤhten gaͤnzlich zu bemeiſtern. Die Antwort ihres Gatten jedoch gab dem Geſpraͤch ei⸗ ne andere Wendung, und zugleich dem Buͤrgermei⸗


