Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

234

baum weiter hinauf, als ich ſelbſt es thue. Von edlem, von fuͤrſtlichem Geſchlechte bin ich, aber ich mache keine Anſpruͤche weiter hinauf an das Dun⸗ kel laͤngſtvergangener Jahrtauſende. Laß diejeni⸗ gen, welche groͤßere Ehrfurcht beſitzen, fuͤr eine ſol⸗ che Abſtammung bezahlen; ich bin mit den Ehren zufreden, die aus einer neueren Zeit ſtammen.«

Emich ſprach hoͤhniſch, allein der aufmerkſame Moͤnch durchſchaute die Bewegung ſeines Inneren.

»Wenn Du nichts um Deine Nachkommen, nichts um Dich ſelbſt, nichts um Gott fraͤgſt«, fuhr der Prior fort,»ſo gedenke Deiner Vorfahren. Haſt Du Deinen Beſuch bei den Graͤbern Deiner Ahnen ſchon vergeſſen?«

»Du haſt den rechten Punkt getroffen, Arnulph! Dieſe heiligen Gruͤfte ſind der Schutz Deines Klo⸗ ſters ſeit vielen Monaten geweſen.«

»Und Du biſt entſchloſſen, ihrer jetzt zu ver⸗ geſſen?«

»Wenn Du jene wackeren Leute fragen willſt, Prior, ſo werden ſie Dir ſagen, daß ſie Befehl er⸗ halten haben, auch den geringſten der marmornen Engel nicht zu ſchonen, und ſollte er ſelbſt auf dem Grabe eines meiner Ahnen ſtehen.«

»Dann verzweifele ich, in der That, Dein Herz ruͤhren zu koͤnnen!« antwortete Vater Arnulph, in⸗ dem er eben ſo großen Schmerz uͤber das Verbre⸗ chen, wie uͤber deſſen Folgen fuͤhlte.»Du biſt in Wahrheit auf unſere, wie auf Deine eigene Ver⸗ nichtung mit frevelndem Wahnſinn erpicht, denn Du verachteſt eben ſo ſehr Mitleid mit Deinen Nachkommen, als Ehrfurcht vor der Aſche Deiner