224
ihre Gewaltthaten und ihre Anſtrengungen, denen fuͤr einen Augenblick Einhalt gethan worden war, zu verdoppeln.
Jubelgeſchrei war das Zeichen zur Erneuerung des Zerſtoͤrungswerkes. Die Fenſter wurden zer⸗ ſchmettert, Alles in der Kirche umgeſtuͤrzt, was nicht zu feſt war, um ihren erſten und ſchlecht ge⸗ leiteten Anſtrengungen zu widerſtehen, und eine allgemeine Verſtuͤmmelung der Denkmaͤhler und Bildwerke vorgenommen. Allenthalben ſtuͤrzten marmorne Cherubim, wurden den Engeln Fluͤgel und Glieder weggehauen, und das ernſte, baͤrtige Geſicht manches ſonſt ſo verehrten Heiligen mußte arge Schmach erdulden. Selbſt die Altaͤre wurden nicht mehr geſchont, ſondern zertruͤmmert und ihre Verzierungen in den Staub getreten, gleich als ob die Feindſchaft der Sieger gegen die Diener der⸗ ſelben ſich gegen jenes furchtbare Weſen gekehrt haͤtte, in deſſen Namen ſonſt hier die heiligen Ce⸗ remonien gefeiert wurden.
Der Leſer kann ſich den Tumult und die Ver⸗ wirrung einer ſolchen Scene leicht denken. Waͤh⸗ rend des allgemeinen Laͤrmes verhuͤllte Graf Emich ſein Geſicht in den Mantel, und ſchritt in dem Chore auf un aieder, welches ſeine Anweſenheit


