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und vielleicht ein Reſt von Ehrfurcht fuͤr die ge⸗ heiligte Staͤtte bis jetzt noch vor jeder Gewaltthat geſichert hatte. Nur der Buͤrgermeiſter und Ber⸗ thold verfuͤgten ſich zu ihm in das Chor, waͤhrend alle Uebrigen mit Zerſtoͤrung der Capellen und Verzierungen der Kirche beſchaͤftigt waren. Hein⸗ rich ſetzte ſich in einen der leeren Chorſtuͤhle, denn die Scene mit ſeiner Gattin und ihr Weggehen hatte ſeine Feſtigkeit ſehr erſchuͤttert; Berthold hingegen naͤherte ſich ehrerbietig ſeinem Gebieter.
„Fuͤhlt ſich der Herr Graf beunruhigt?« fragte Berthold nach einigen Augenblicken achtungsvollen Stillſchweigens.
Emich ſchlug den Mantel zuruͤck, ſtuͤtzte ſich mit einer Hand vertraulich auf die Schulter ſeines jungen Dieners, und verſank in Betrachtung des Reichthums und der vollendeten Schoͤnheit des Hochaltars, was Alles durch den hellen Flammen⸗ ſchein, der durch die hohen Fenſter das Innere des Gebaͤudes, welches mit ſeinen ſcharfbegrenzten Saͤulen und tiefen Schatten nie ſchoͤner erſchienen war, als jetzt, doppelt ergreifend gemacht wurde.
»Berthold, es giebt einen Gott«, ſagte er mit Nachdruck.
»Nur ein Thor zweifelt daran, Herr Emich.⸗ Heidenmauer. II. 15


