gend einer Gewaltthat gefuͤhrt haͤtte, endlich auch eine Schaar von Bettlern.
»Almoſen, großer Emich!— Almoſen, wuͤrdi⸗ ger und reicher Buͤrgermeiſter! Gott ſegne Euch Beide, und der heilige Benedict gewaͤhre Eure Ge⸗ bete! Wir leiden Hunger und Kaͤlte, und bitten um Almoſen von Eurer hochgeehrten Hand!«
»Gieb den Schelmen einen Silberpfennig!« ge⸗ bot der Graf ſeinem Seckelmeiſter, der unter dem Gefolge ritt.—»Sie haben fuͤrwahr ein verhun⸗ gertes Ausſehen. Dieſe frommen Benedictiner ha⸗ ben ſeit einiger Zeit mit ihren Kriegsleuten und Meſſen ſo viel zu thun gehabt, daß ſie vergeſſen, die Hungrigen zu ſpeiſen.— Tritt naͤher, Freund! biſt Du aus dem Jaͤgerthale?«
„Nein, edler Graf! Ich komme von einer Wall⸗ fahrt nach einem fernen Gnadenorte. Mangel und Noth haben mich aber auf dem Wege be⸗ fallen.«
„Haſt Du die Milde der Moͤnche empfunden? — oder ſind ſie ſo ſehr in Andacht verſunken, daß ſie der menſchlichen Leiden vergeſſen?«
»Großer Graf, ſie ſind freigebig. Wo jedoch viele Maͤuler zu fuͤttern ſind, da braucht man auch viel Geld. Ich kann mich uͤber die frommen


