Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
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Gottes ewiger Weisheit! mit dieſen Trefflichen weiß ich beſſer zu ſtreiten, als mit Dir!«

Emich lachte, und der Schall ſeines Gelaͤchters, das in der gewoͤlbten Capelle wiederhallte, droͤhnte in den Ohren des Moͤnchs, wie der Hohn eines boͤſen Geiſtes. Dennoch ſagte dem Moͤnch ſein Billigkeitsgefuͤhl, daß großer Anlaß vorhanden ſei, den Hohn des Grafen zu entſchuldigen, denn laͤngſt hatte er oft und bitter die Verworfenheit mancher ſeiner Bruͤder beweint.

»Ich bin nicht hier, um Gericht uͤber Suͤnder zu halten, ſondern um die Altaͤre zu vertheidigen, vor denen ich bete, und Dich gegen eine ſchwere Suͤnde zu warnen. Wenn Du Deine Hand je ge⸗ gen dieſe Mauern erhebſt, ſo erhebſt Du ſie gegen Etwas, das Gott geſegnet hat, und das er raͤchen wird! Aber Du haſt ein menſchliches Gefuͤhl, Emich von Hartenburg, und wie wenig Du auch an den geweihten Charakter deſſen glaubſt, das Du zerſtoͤ⸗ ren willſt, ſo kannſt Du Dich doch nicht in Betreff dieſer Graͤber taͤuſchen. An dieſer heiligen Staͤtte, ſind gar oft Gebete verrichtet, und Meſſen fuͤr Deine Vorfahren und Stammverwandten geleſen worden!«

Der Graf von Leiningen blickte dem Prior ernſt in das Antlitz. Vater Arnulph ſtand, ohne Abſicht, in der Naͤhe der Oeffnung, welche aus die⸗ ſem duͤſteren Gewoͤlbe in die obere Kirche fuͤhrte. Die Strahlen der Sonne ſchoſſen durch das öſtliche Fenſter, fielen auf das Pflaſter zu ſeinen Fuͤßen, und umleuchteten ihn mit jenem milden und feier⸗ lichen Schein, welcher die Wirkung des bemalten