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wahr
ſein,« fuhr er fort, indem er ſich in Acht nahm, durch ſeinen Blick weder den Stolz, noch die Hart⸗. naͤckigkeit des Grafen zu wecken,»wenn aber Al⸗ taͤre errichtet worden ſind, wenn die Verehrung des allerhoͤſten Weſens auf denſelben ſeit Jahrhunderten Statt fand, ſo hat man Grund, zu hoffen, daß ſein heiliger Geiſt in Majeſtaͤt und Liebe dieſen heiligen Schrein umſchwebt. Das war der Fall mit Limburg geweſen, und zweifle nicht, Graf Emich, wir ſtehen hier in der unmittelbaren Ge⸗ genwart des Schoͤpfers Himmels und der Erde, welcher unſer Leben lenkt, und uns nach dem Tode richten wird.⸗
»Gott ſtehe uns bei, Herr Prior! Du haſt heute bereits auf der Kanzel Dein Amt ſo wohl verwaltet, daß ich keinen Grund einſehe, warum Du eine Verrichtung, deren Du Dich ſchon ein⸗ mal ſo trefflich entledigt haſt, noch einmal uͤber⸗ nehmen ſollteſt. Ich liebe es nicht, gleichſam un⸗ angemeldet in die Gegenwart eines ſo maͤchti⸗ gen Weſens, wie das, welches Du eben ge⸗ nannt haſt, eingefuͤhrt zu werden. Und wenn es bloß der Kurfuͤrſt Friedrich waͤke, ſo wuͤrde Emich von Leiningen es nicht wagen, vor ihm zu erſchei⸗ nen, ohne zuvor zu uͤberlegen, ob es auch ſchick⸗ lich iſt.«
»Vor den Augen des Weſens, von dem ich ſpreche, ſchwinden Kaiſer und Kurfuͤrſten. Es liebt die Demuͤthigen, die Sanftmuͤthigen, die Gerech⸗ ten, und ſtraft Die, welche ſeiner Macht Hohn ſprechen. Du haſt eines Fuͤrſten Erwaͤhnung ge⸗
than, und ich will in dieſer Beziehung eine den


