Wohlgefallen auszudruͤcken. Wir beriethen uns noch, ob wir weiter fahren oder bleiben follten, als der Wagen bereits vor dem Gaſthef zum Ochſen
hielt. Ein wohlbeleibter Wirth kam heraus, um
uns zu begruͤßen. In ſeiner umfangsreichen Per⸗ ſoͤnlichkeit, die zu ſeinem Gaſthofsſchilde vortrefflich paßte, lag etwas gutmuͤthig Aufrichtiges, und der ungeheuchelte Ausdruck gaſtlicher Freundlichkeit ver⸗ ſcheuchte alle Furcht vor der Stunde des Zahlens. Wenn Derjenige, welcher viel reiſ't, an Menſchen⸗ kenntniß gewinnt, ſo entbehrt er dagegen jene milde Herzlichkeit, die das Leben verſuͤßt. Der beſtaͤndige Verkehr mit Menſchen, die gewohnt ſind, ſtets fremde Geſichter zu ſehen, die bloß Denjenigen Dienſte leiſten, welche dieſelben wahrſcheinlich nie wieder in Anſpruch nehmen, die daher nothwendi⸗ ger Weiſe der Verantwortlichkeit und Annaͤherung, die ein bleibenderer Umgang mit ſich bringt, ent⸗ hoben ſind, lehrt den Eigennutz der menſchlichen Natur in ſeiner widrigſten Form kennen. Eine freundliche Miene mag allerdings aus Klugheit den
Anſchlag auf die Taſche des Fremden verſchleiern,
aber es liegt im Laufe der Dinge, daß dieſer An⸗ ſchlag vorhanden iſt. Die Habſucht, ſo wie jede
andere Leidenſchaft waͤchſt durch Uebung, daher


