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bin kein Anwalt von dem, was man im ſtrengen Sinne Vernunft⸗ heirathen nennt; ich glaube, der feierliche, bleibende Knoten ſollte geknüpft werden von der Hand warmer, mächtiger Neigung und Liebe, geſteigert und gekräftigt durch Kenntniß und vertrauens⸗ vollen Austauſch der beiderſeitigen Denkweiſe und Gefühle; aber ich habe lange genug gelebt, um zu wiſſen, daß, ſo lebhaft und innig auch die Leidenſchaften der Jugend ſind, ſie doch keine Won⸗ nen gewähren, die denjenigen gleich kämen, welche aus der tiefen und erprobten Zärtlichkeit eines glücklichen ehelichen Lebens ent⸗ ſpringen!
Und wir waren nun verheirathet! Die Ceremonie fand vor dem Frühſtück ſtatt, damit unſere Verwandten noch die große Heer⸗ ſtraße erreichen könnten, ehe die Nacht ſie überfiele. Das Mahl, das dann folgte, war ſtill und ernſt. Dann ſchloß meine liebe, gute Mutter Dus in ihre Arme und küßte und ſegnete ſie zu wiederhol⸗ ten Malen. Mein geehrter Vater that daſſelbe, und erinnerte meine weinende, aber glückliche junge Frau, daß ſie jetzt ſeine Tochter ſei. „Mordaunt iſt im Grunde ein guter Kerl, meine Liebe, und wird Euch lieben und hegen, wie er gelobt hat,“ fuhr der General fort, ſich ſchnaubend, um ſeine Rührung zu verbergen;„aber ſollte er je irgend Etwas vergeſſen, was er gelobt hat, ſo kommt zu mir, und ich will ihn heimſuchen mit der Mißbilligung eines Vaters.“
„Seid unbeſorgt wegen Mordaunt's— ſeid unbeſorgt wegen Mordaunt’s,“ fiel meine würdige Großmutter ein, an welche jetzt die Reihe des Abſchiednehmens— für eine kurze Zeit— kam, „er iſt ein Littlepage, und alle Littlepage's geben treffliche Ehe⸗ männer. Der Junge gleicht ſeinem Großvater, wie er in ſeinem Alter war, wie eine Erbſe der andern. Gott ſegne Euch, meine Tochter— Ihr werdet mich dieſen Herbſt in Satanstoe beſuchen, wo es mir große Freude machen wird, Euch meines Generals Bild zu zeigen.“ 3 Anneke und Kate und Priscilla Bayard herzten Dus derge⸗


