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in den engliſchen Fonds hinterlaſſen, und die Bayards willigen jetzt in ihre Heirath mit Mr. Malbone. Man ſagte auch, aber ich glaube nicht, daß dieß irgend einen Einfluß übt, denn Mr. Bayard und ſeine Gattin ſind ausnehmend uneigennützige Leute, wie über⸗ haupt die ganze Familie,“ fuhr Kate ſtockend und mit niederge⸗ ſchlagenen Augen fort—„aber man ſagt, der Tod eines jungen Mannes werde wahrſcheinlich Mr. Malbone zum Erben eines be⸗ tagten Vetters ſeines verſtorbenen Vaters machen.“
„Und nun, mein lieber Vater und meine liebe Mutter, werdet ihr einſehen, daß der Miß Bayard das Herz nicht brechen wird, deßhalb, weil ich Dus Malbone liebe. Ich ſehe aus deiner Miene, Katrinke, daß du auch von dieſer meiner Schuld einigermaßen un⸗ terrichtet biſt.“—
„So iſt es; und was noch mehr iſt, ich habe die junge Lady geſprochen, und kann mich kaum darüber wundern. Anneke und ich haben dieſen Morgen zwei Stunden bei ihr zugebracht; und da du Pris nicht bekommen kannſt, Mordaunt, weiß ich keine Andere, welche ihre Stelle ſo ganz erſetzen könnte. Anneke iſt auch ganz verliebt in ſie.“
Die liebe, gute, klare und einſichtsvolle Anneke— ſie war in Folge einer einzigen Unterredung in den wahren Charakter von Dus eingedrungen,— was ich mir erklärte aus dem noch friſchen Eindruck, welchen der Tod Kettenträgers auf ihr Gemüth zurück⸗ gelaſſen hatte. Unter gewöhnlichen Umſtänden würde das geiſtvolle Mädchen bei einer erſten Begegnung eine ihr bisher Fremde ſich nicht haben ſo nahe kommen laſſen, daß dieſe ſchon ſo viele ihrer gediegenen Eigenſchaften hätte entdecken können; aber jetzt, wo ihr Herz ſo ſanft geſtimmt, ihr Geiſt ſo gedämpft war, konnte Anneke mit ihrer gewohnten Milde und Freundlichkeit wohl ihre Sympathie ſogleich gewinnen, und mochten ſich die Beiden eng an einander an⸗ ſchließen. Der Leſer darf nicht glauben, Dus habe ihr Herz auf⸗ geſchloſſen, wie ein gewöhnliches Schulmädchen, und meine Schwe⸗


