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„Ich glaube, ja, Madame, wenn— wenn— Mordaunt es gerne hört.“
„Nehmt auf mich keine Rückſicht, Kate,“ verſetzte ich lächelnd. „Miß Priscilla Bayard wird mir nie das Herz brechen machen.“
Der Blick ſchweſterlicher Bekümmerniß, den mir das treuherzige Mädchen zuwarf, mußte mich wohl zur innigen Dankbarkeit ſtim⸗ men; und das that er auch, denn es iſt gar etwas Süßes um die Liebe und Zärtlichkeit einer Schweſter. Ich glaube, die Ruhe mei⸗ nes Geſichts und deſſen lächelnder Ausdruck gaben dem lieben Ge⸗ ſchöpf Muth, denn ſie begann jetzt ihre Geſchichte ſo raſch zu er⸗ zählen, als es paſſend war.
„Nun alſo, es bedeutet dieß,“ ſagte Kate.„Dieſer Gentleman iſt Mr. Francis Malbone, und er iſt der Anbeter und Verlobte von Priscilla. Ich habe Alles aus ihrem eigenen Munde.“
„Und willſt du uns von den näheren Umſtänden ſo viel hören laſſen, als wir ſchicklicherweiſe erfahren dürfen?“ ſagte der Gene⸗ ral ernſt.
„Priscilla hat durchaus nicht den Wunſch, irgend Etwas zu verhehlen. Sie kennt Mr. Malbone ſchon einige Jahre, und ſie ſind ſich dieſe ganze Zeit über treu ergeben geweſen. Nichts ſtand der Sache im Wege, als ſeine Armuth. Der alte Mr. Bayard machte dagegen natürlich Einwendungen, wie Väter pflegen, wißt Ihr, und Priscilla wollte ihm deßwegen ihr Wort nicht geben. Aber — erinnert Ihr Euch nicht vom Tode einer alten Mrs. Hazleton in Bath in England gehört zu haben, dieſen Sommer, Mama? Die Bayards ſind jetzt um ſie in Halbtrauer.“
„Gewiß, meine Liebe; Mrs. Hazleton war Mr. Bayard's Tante; ich kannte ſie früher wohl, ehe ſie auswandern mußte— ihr Gatte war der Oberſt auf Halbſold Hazleton, von der könig⸗ lichen Artillerie; und ſie waren natürlich Tories. Die Tante hieß Priscilla und war Pathin unſerer Pris.“.
„Ganz recht— nun, dieſe Lady hat Pris zehntauſend Pfund


