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Abend,— begruben wir Tauſendacres inmitten des ſchon erwähn⸗ ten Feldes. Von ſeiner ganzen zahlreichen Familie waren nur Prudence und Lowiny anweſend. Die Feierlichkeit war kurz, und der Mann der Gewaltthat wurde verſenkt, mit den Schollen der Erde ſich zu vermiſchen, ohne ein Gebet, einen Spruch aus der heiligen Schrift oder irgend einen religiöſen Ritus. Die Männer, welche den Leichnam getragen, und die wenigen anweſenden Zu⸗ ſchauer, füllten das Grab aus, ebneten und wölbten es ordentlich, deckten es mit Raſen, und wollten eben ſchweigend ſich wenden, um wieder nach den Wohnungen zurückzukehren, als die tiefe Stille, welche während der ganzen Ceremonie geherrſcht hatte, plötzlich unterbrochen wurde durch die klare, volle Stimme Prudence's, welche in einem Ton und mit einem Weſen, welche alle Schritte hemmten, zu ſprechen begann.
„Männer und Brüder,“ ſagte dieſe außerordentliche Frau, bei welcher ſo manche Fehler ihres Standes und ihrer Lebensweiſe vergütet wurden durch ſo viele Tugenden ihres Geſchlechts und ihrer Herkunft,—„Männer und Brüder,“ ſagte ſie,„denn ich kann euch nicht Nachbarn, und will euch nicht Feinde nennen, ich danke euch für dieſen Akt der geziemenden Aufmerkſamkeit und Rückſicht für die Anſprüche des Verſtorbenen wie der Lebenden, und daß ihr ſo gekommen ſeid, um mir zu helfen meinen Todten zu begraben aus meinen Augen.“
Eine Anrede der Art, zum Theil mit eben dieſen Worten, war gebräuchlich; aber da Keines in dieſem Augenblick ſo etwas er⸗ wartet hatte, wurden wir dadurch eben ſo ſehr erſchüttert als über⸗ raſcht. Während jedoch die Uebrigen von der Begleitung ſich von ihrer Verwunderung wieder erholten, ging der Zug nach den Ge⸗ bäuden zurück, und ich blieb mit Prudence allein, welche, wie früher ihren Leib hin und her wiegend, neben dem Grabe ſtand.
„Die Nacht droht kalt zu werden,“ ſagte ich,„und Ihr thätet beſſer, mit mir nach den Wohnungen zurückzukehren.“


