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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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ſtärken geeignet war. Ich für meine Perſon faßte in Folge dieſer ergreifenden Sterbeſcene eine tiefe Achtung und Verehrung für den Charakter und die moraliſchen Eigenſchaften von Urſula Mal⸗ bone, neben der Liebe und Bewunderung, die ich zuvor ſchon für ihre Schönheit, ihren Geiſt, ihr Herz und ihre andern gewinnen⸗ den Eigenſchaften empfunden hatte.

Die zwei erwarteten Todesfälle waren jetzt eingetreten, und es blieb nur noch übrig, die geſetzliche Unterſuchung in Betreff der Ereigniſſe, wodurch dieſelben herbeigeführt worden waren, zu er⸗ ledigen, die Leichname zu beerdigen, und in das Neſt zurückzu⸗ kehren. Ich ſorgte dafür, daß eine der Hütten zur Aufnahme von Urſula und Lowiny eingerichtet wurde, denn dieſe Letztere ſchloß ſich noch immer enge an uns an, während der Leichnam Ketten⸗ trägers in einen Sarg gelegt wurde, welcher zu gleicher Zeit mit dem für Tauſendacres, und von denſelben Händen gefertigt worden war. Gegen Abend kam der Coroner(Ceichenſchauer) an, nicht Squire Neweome, ſondern ein Anderer, nach welchem er ſelbſt geſchickt hatte; und eine Jury ward unverweilt zuſammengeſetzt aus Männern des bewaffneten Geleites. Das ganze Verfahren währte nicht lang. Ich erzählte meine Geſchichte, oder ſo viel davon nöthig war, von Anfang bis zu Ende, und Andere legten ihr Zeugniß ab über die Vorkommniſſe in den verſchiedenen Stadien der Ereigniſſe. Der Spruch der Jury war über Kettenträgers Tod:Mord, von unbekannter Hand, und bei Tauſendacres: Tod durch Zufall. Der erſte Ausſpruch war ohne Frage richtig; beim zweiten waltete, wie mich bedünkt, ſo wenigZufall, als nur jemals, wenn ein Mann von ſicherer Hand und mittelſt eines nie irrenden Auges durch den Leib geſchoſſen wurde. Aber ſo war nun einmal das Verdikt, und ich hatte nur Vermuthungen für meine Anſicht, daß der Indianer bei der Tödtung des Squatters die Hand im Spiele habe.

An dieſem Abend und es war ein kalter, herbſtlicher