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licher Freude zuckte über das Antlitz von Dus hin, gleich einem elektriſchen Funken. Der Kettenträger ſchaute mich geſpannt an, und im Ausdruck ſeines Geſichts war leicht das lebhafte Intereſſe zu erkennen, das er an meinen Worten nahm, und welche Wichtig⸗ keit er ihnen beilegte. Frank Malbone aber mußte ſein Angeſicht wegwenden, um die Thränen zu verbergen, die ihm in die Augen drangen.
„Wenn ich das glauben dürfte— wenn ich das hoffen dürfte, Mordaunt,“ fuhr Kettenträger fort,„ſo würde es ein geſegneter Troſt ſein für meinen ſcheidenden Geiſt, denn den General Little⸗ page kenne ich hinreichend, um gewiß zu ſein, daß er ein gerechter und billigdenkender Mann iſt, und daß er mit der Zeit die Sachen ſo anſehen wird, wie man ſie anſehen muß. Bei Madame Little⸗ page fürchtete ich, ſei es anders; denn ich habe immer gehört, die Mordaunt's ſeien eigene Leute, und haben ſolche Geſinnungen, wie vornehme Leute zu haben pflegen. Das macht nun eine Verände⸗ rung in meinen Ideen und auch zum Theil in meinen Planen. Je dennoch, meine jungen Freunde, ich muß jetzt euch Beide bitten, mir ein Verſprechen abzulegen,— und ein feierliches Verſprechen, einem Sterbenden gegeben,— und es beſteht darin—“
„Erſt hört mich an, Kettenträger,“ fiel ich ihm lebhaft in's Wort,„ehe Ihr Urſula unbedacht, und ich hätte beinahe geſagt grauſam in ein unvorſichtiges Verſprechen verwickelt, das unſer Beider künftiges Leben unglücklich machen könnte. Ihr ſelbſt habt mich zuerſt aufgefordert, gereizt, beſturmt, ſie zu lieben; und jetzt, da ich ihren Werth erkannt habe und anerkenne, werft Ihr Eis in meine Flamme, und heißt mich thun, woran jetzt zu denken zu ſpät iſt.“ 4
„Ich geſtehe es, ich geſtehe es, Junge, und ich hoffe, der Herr in ſeiner großen Barmherzigkeit wird den großen Irrthum, den ich begangen habe, vergeben und verzeihen. Wir haben hievon ſchon geſprochen, Mordaunt, und Ihr erinnert Euch wohl, ich habe


