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der Lichtung ſich herumtrieben, ihr Hab' und Gut zu beobachten und einen Schlag zu führen, wenn man ſich deſſen am wenigſten verſehe..
Dus trat mir unter der Thüre des Hauſes entgegen, traurig und mit Thränen, aber eine ſolche heilige Ruhe in ihrem ſonſt ſo ſtrahlenden Angeſicht herrſchend, daß ſich darin ganz die Nachwir⸗ kung der feierlichernſten Pflichterfüllung ausſprach, womit ſie ſo eben beſchäftigt geweſen. Sie bot mir ihre beiden Hände dar und ſagte:„Oheim Kettenträger iſt ſehr verlangend, uns zu ſprechen — wegen unſerer Verlobung, glaube ich.“ Ein Schauer durch⸗ bebte Urſula's Geſtalt; aber ſie raffte ihre Kraft zuſammen, lächelte trüb und fuhr fort:„Hört ihn geduldig an, lieber Mordaunt, und bedenkt, daß er in gewiſſem Sinne mein Vater iſt, und ſo vollen Anſpruch auf meinen Gehorſam und meine Hochachtung hat, als wenn ich ſeine leibliche Tochter wäre.“
Wie ich in das Gemach trat, konnte ich bemerken, daß Dus gebetet hatte. Prudenee ſchien beruhigt und getröſtet, aber Tau⸗ ſendacres Geſicht ſelbſt hatte einen unſicheren und wilden Ausdruck, wie wenn jetzt erſt Zweifel in ſeiner Seele ſich zu regen begonnen hätten, in dem Augenblick, wo ſie am quälendſten für ihn ſein mußten. Ich bemerkte, daß ſein ängſtliches Auge an Dus hing, und daß er ihr beſtändig mit ſeinen Blicken folgte, wie wenn ſie dasjenige Weſen wäre, welches das Werkzeug geworden, in ihm das Bewußtſein ſeines bedenklichen Zuſtandes zu wecken. Aber bald ward meine Aufmerkſamkeit nach dem andern Bett hingezogen.
„Kommt her zu mir, Mordaunt, mein Junge; und komm du auch hieher, Dus, meine liebſte Tochter und Nichte. Ich habe einige wichtige Worte mit Euch zu ſprechen, bevor ich ſcheide, und wenn ſie nicht jetzt geſprochen werden, ſo bleiben ſie wohl unge⸗ ſagt. Es iſt immer das Beſte, die Zeit beim Stirnhaar zu faſſen, wie man ſagt; und gewiß kann man es nicht übereilt geſprochen
nennen, wenn Einer nicht nur einen Fuß im Grabe hat, ſondern Der Kettenträger. 3⁵
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