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gerade zu rechter Zeit, um die Schritte von Männern zu hören, welche in allen Richtungen heran zu dringen ſchienen; und von
Zeit zu Zeit hörte man das Krachen von Büchſen, dem Anſchein
nach gegen die Wälder hin ſich zurückziehend. Männer riefen ein⸗ ander an in der Hitze einer Verfolgung und eines Kampfes; aber ich konnte mir keinen Aufſchluß verſchaffen, da die dichte Finſterniß, die ſich vor dem Hauſe gelagert, durchaus nichts auch nur in ge⸗ ringer Entfernung ſehen und erkennen ließ.
In dieſer höchſt peinlichen Ungewißheit und Spannung blieb ich etwa fünf bis ſechs Minuten, während welcher Zeit der Lärm der Verfolgung ſich mehr und mehr entfernte, als ein Mann auf die Thüre der Hütte zu rannte, unter welcher ich ſtand, meine Hand ergriff, und ich nun in ihm Frank Malbone erkannte. Die Hilfe war alſo angekommen und ich war nicht mehr ein Gefangener.
„Gott ſei geprieſen! Ihr wenigſtens ſeid gerettet,“ ſchrie Malbone.„Aber meine theure Schweſter?“
„Iſt hier, unverſehrt, an ihres ſterbenden Oheims Bett wachend. Iſt Jemand draußen verwundet?“
„Das iſt mehr, als ich Euch ſagen kann. Euer Schwarzer machte den Führer und brachte uns mit ſolcher Geſchicklichkeit hie⸗ her, daß es meine Abſicht war, mich der Waffen gar nicht zu be⸗ dienen, da wir ſämmtliche Squatters, ohne einen Schuß zu thun, hätten gefangen nehmen können, wären meine Befehle befolgt worden. Aber eine Büchſe wurde hinter einem Baumſtumpen ab⸗ gefeuert, und darauf erfolgte eine Salve vom Feind. Einige der Unſerigen erwiederten das Feuer, und hierauf ergriffen die Squatters die Flucht. Das Feuer, das Ihr ſo eben gehört habt, ſind ver⸗ einzelte Schüſſe von beiden Seiten, und es kann ein bloßes Ge⸗ knalle ſein, da an ein Zielen in dieſer Dunkelheit nicht zu denken iſt. An meinem eigenen Gewehr habe ich nicht einmal den Hahn geſpannt, und ich bedaure, daß nur eine Büchſe abgefeuert wor⸗ den iſt.“


