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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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Gott ſegne Euch, Mordaunt, murmelte mein alter Freund, nachdem meine Bemühungen wenigſtens theilweiſe Erfolg gehabt hatten;Gott ſegne und erhalte Euch immerdar, mein Junge, und vergelte Euch all' Eure Güte und Freundlichkeit gegen mich und die Meinigen. Die Squatters haben mich umgebracht, Junge; aber ich vergebe ihnen. Sie ſind eine unwiſſende, ſelbſtſüchtige, brutale Brut; und ich habe ſie vielleicht zu ſchwer gereizt. Aber Dus kann nie das Weib von Einem dieſer Familie werden.

Da Zephaniah im Zimmer, obwohl in dieſem Augenblick nicht in der Nähe des Bettes war, ſo war ich ängſtlich befliſſen und verlangend, den Gedanken des Verwundeten eine andere Rich⸗ tung zu geben; und ich befragte ihn über die Beſchaffenheit ſei⸗ ner Verletzung, da ich wohl wußte, daß Kettenträger ſo viele Soldaten in einer Lage geſehen, ähnlich ſeinem traurigen Zu⸗ ſtande, daß er ziemlich richtig mußte beurtheilen können, wie es mit ihm ſtehe.

Ich bin ein Mann des Todes, Mordaunt, antwortete der alte Andries in einem Tone, noch feſter ſogar als in welchem er ſo eben geſprochen hatte.Darüber kann man ſich gar nicht täu⸗ ſchen. Sie haben mich durch die Rippen und durch die Lebens⸗ organe geſchoſſen, und Rettung iſt nicht möglich. Aber das trägt mir wenig aus, denn ich bin jetzt ein alter Mann und habe meine ſiebzig Jahre gelebt nein, mir trägt das nicht viel aus, ob⸗ gleich manche alten Leute am Leben hängen zäher und feſter als die jungen. Das iſt jedoch bei mir nicht der Fall; und ich bin bereit, zu marſchiren, wenn das große Kommandowort ertönt. Es thut mir ſehr leid, Mordaunt, daß dieſer Zufall ſich ereignen mußte, ehe das Patent vollſtändig vermeſſen iſt; aber ich bin noch nicht bezahlt für die bis jetzt vollendete Arbeit, und es iſt mir ein großer Troſt, zu wiſſen, daß ich nicht in Schulden ſterbe. Ich bin Euch und bin meinem guten Freunde, dem General, ſehr viel ſchuldig für empfangene Güte und Freundlichkeit, daß muß ich bekennen;