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„Wahr!“ ſagte er mit Nachdruck.„Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen, Mordaunt,— dieſe Veränderung iſt ein wahres Teufelszeug, bis man damit fertig wird! Ich habe es ſchon ſo und dann anders probirt, und habe nie etwas Vernünftiges daraus zu machen gewußt! Ich ſehe gar keinen Nutzen von der Abwei⸗ chung überhaupt ein!“
„Was denkt Eure hübſche Gehülfin Dus davon? Dus, die ſchöne Kettenträgerin? Ihr werdet Euern alten Namen verlieren, und Miß Malbone wird ihn davontragen!!
„Alſo hat Dus Euch Alles ausgeplaudert? Ein Weib kann doch nie ein Geheimniß bewahren. Nein! die Natur hat ſie ge⸗ ſchwätzig erſchaffen, und der Papagei muß plappern!“
„Ein Weib liebt aber doch die Veränderung— habt Ihr
Dus ſchon über dieſe Schwierigkeit zu Rathe gezogen?“
„Nein, nein, Knabe; ich habe Dus nichts geſagt, und leid thut es mir, daß ſie gegen Euch etwas erwähnt hat von der kleinen Angelegenheit mit der Kette. Es war gar ſehr gegen meinen Willen, Mordaunt, daß das Mädel ſie nur eine Ruthe weit trug; und wenn Alles noch einmal geſchehen müßte, ſie ſollte ſie mir keine Ruthe weit mehr tragen,— aber doch würde es Euch im Herzen wohl gethan haben, zu ſehen, wie artig ſie ihre Sache machte, und wie raſch und behend ſie war, und wie zuverläſſig, und wie genau ſie die Merkzeichen machte, und wie ſicher ihr Auge war. Die Natur hat dieß Mädel ausdrücklich zur Kettenträgerin geſchaffen!“
„Und eine Kettenträgerin iſt ſie geweſen, und eine Ketten⸗ trägerin wird ſie immer bleiben, bis ſie ihre Ketten einem armen Burſchen überwirft und ihn damit auf Zeitlebens bindet. Andries, Ihr habt hier einen Engel bei Euch, und nicht ein Weib!“
Die meiſten Männer in der Lage des Kettenträgers würden wohl einige Unruhe empfunden haben, wenn ſie eine ſolche Sprache im Munde eines jungen Mannes unter all' den vorliegenden Um⸗


