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Schweſter durch Armuth zu einer Arbeit genöthigt, die Ihr als nur für Männer geeignet anſeht.“
Dus ließ meine Hand beinahe in dem Augenblicke wieder los, wo ſie ſie berührt hatte, und zwar mit einem leichten Zuſammen⸗ fahren, als wäre ſie ſelbſt erſchrocken über ihre Keckheit.
„Eine Arbeit, die Sache der Männer, und nur der Männer Sache iſt.“
„Und doch kann auch eine Frau ſie verrichten, und zwar, wie Oheim Kettenträger Euch bezeugen wird, ſie gut verrichten. Ich hatte keine andere Sorge während des Monats, wo ich dabei be⸗ ſchäftigt war, als die Furcht, meine Kraft würde nicht reichen, um ſo viel zu leiſten, als mein Oheim und mein Bruder, und ich ſo die Dienſte ſchmälern, die ſie Euch jeden Tag leiſten könnten. Sie ſorgten, daß ich immer auf trockenem Boden blieb und keine feuchten Füße bekam, und Eure Wälder ſind ſo frei von Unterholz, wie ein Obſtgarten. Es hilft nichts, die Sache verheimlichen zu wol⸗ len, denn Viele wiſſen davon, und es wäre Euch doch früher oder ſpäter zu Ohren gekommen. Und dann iſt auch jede Verheimlichung peinlich für mich, und am meiſten, wenn ich ſehe und höre, wie Ihr Eure gemiethete Dienerin als Ebenbürtige und Euch Gleiche behandelt.“
„Miß Malbone!— Um Gottes willen, laßt mich nichts mehr der Art hören— der alte Andries beurtheilte mich ganz richtig, wenn er mir dieß zu verheimlichen wünſchte; denn ich hätte nie auch nur einen Augenblick ſo Etwas zugegeben.“
„Und wie hättet Ihr es verhindern können, Major Littlepage? Mein Oheim hat das Geſchäft von Euch übernommen, zu ſo und ſo viel für den Tag, wofür er Vermeſſer und Arbeiter anzuſchaf⸗ fen hat. Der arme, gute Frank! Er wenigſtens kann nicht zu den eigentlichen Arbeitern gezählt werden; und was meinen Oheim be⸗ trifft, ſo hat er lang' einen ehrenhaften Stolz darein geſetzt, der beſte Kettenträger im Lande zu ſein— warum hätte ſeine Nichte


