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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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ich,ſo müßte ſie wohl hier vor Neid blaß werden. Beſſere Kuchen dieſer Art habe ich nie gegeſſen.

Von dieſer Art das iſt ein richtiger Beiſatz, Mr. Little⸗ page, 7 bemerkte das Mädchen ruhig;meine Beſchützerin und Freundin hat mir eine ziemliche Geſchicklichkeit in dieſer Hinſicht beigebracht, aber die erforderlichen Ingredienzen ſind hier nicht ſo zu haben, wie man ſie in ihrer Familie hatte.

Und da dieß Haus eine Penſion für junge Ladies war, ſo war es ohne Zweifel ungewöhnlich gut verſehen mit den zu guten Kuchen erforderlichen Materialien und Kenntniſſen.

Dus lachte, und ihr Lachen machte mich ganz betroffen, ſo voll friſcher und kühner, aber gedämpfter Melodie ſchien es mir zu ſein.

Jungen Ladies ſagt man gar mancherlei Schwächen nach, in Betreff deren ſie ganz unſchuldig ſind, war ihre Antwort. Kuchen waren in der Schule beinahe eine verbotene Frucht, und man lehrte ſie uns machen nur aus erbarmungsvoller Rückſicht für den Gaumen der Männer.

Eurer künftigen Gatten, Mädel, rief der Kettenträger, in⸗ dem er aufſtand, das Zimmer zu verlaſſen.

Unſerer Väter, Brüder und Oheime, erwiederte ſeine Nichte, und legte einen beſonderen Nachdruck auf das letzte Wort.

Ich glaube, Miß Urſula, begann ich wieder, ſobald Andries uns allein gelaſſen hatte,einigermaßen hinter den Vorhang ge⸗ führt worden zu ſein, was die von Euch beſuchte Schule betrifft, da ich eine etwas eigenthümliche Art von Bekanntſchaft mit Einer Eurer alten Schulfreundinnen angeknüpft habe.

Meine Geſellſchafterin antwortete nicht, heftete aber ihre be⸗ zaubernden blauen Augen auf mich in einer Art, welche in einem Augenblick hundert Fragen an mich that. Ich konnte nicht umhin, zu bemerken, daß ſie von Thränen gefeuchtet waren; denn Erinne⸗ rungen an ihre Schule hatten bei ihr häufig dieſe Folge.

Ich meine Miß Priscilla Bayard, welche eine ſehr gute